In einer Gesellschaft, die sich immer schnelleren Veränderungen gegenübersieht, gilt der alte Spruch "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" nur noch bedingt. Um im globalen Zeitalter der Computer und Digitalisierung mithalten zu können, müssen heute auch Erwachsene auf dem Laufenden bleiben. Das bedeutet lebenslanges Lernen. Und das fällt im Kreis mit anderen meistens leichter und ist oft auch produktiver. So einen Ort gibt es in Trebgast seit nunmehr 20 Jahren: Die Volkshochschule.
In einer kleinen Feierstunde erinnerte deren Leiter, Bürgermeister Werner Diersch, an die Anfänge. Die Idee zu dieser wohnungsnahen Bildungseinrichtung in der Gemeinde kam von Helga Küspert. Ihr Mann, Siegfried Küspert, war gerade zum ersten Bürgermeister gewählt worden. Seit 1997 können Trebgaster Bürgerinnen und Bürger jährlich aus zwei reichhaltigen Programmen wählen. Genau 95 Kurse und Vorträge waren es bisher, in denen sich die Teilnehmer sportlich fit halten, in praktischen Kursen und Vorträgen kreativ ausleben, und ihr Wissen erweitern konnten.
Das aktuelle VHS-Team hatte alle an einer Wand am Eingang der Turnhalle aufgelistet. Die Vielfalt ist imponierend: Fitness, Gehirnjogging, autogenes Training, digitale Fotografie, Porzellanmalerei, orientalische Tänze, Kräuterwanderung, musikalische Früherziehung, Fremdsprachen, Steuerrecht, Stein-Heilkunde, Weinseminar, Einführung in die Kinesiologie, Schach spielen - das ist nur eine kleine Auswahl der bisher angebotenen Themen.
Das erste VHS-Team setzte sich zusammen aus den beiden erfahrenen Pädagoginnen Heide Lauterbach und Ludmilla Schenker, sowie Helga Küspert, der langjährigen Sekretärin der VHS Kulmbach. Ihnen gelang es mit großem Engagement, maßgeschneiderte Programme für die Größe der Gemeinde und die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger zu erstellen.
Bürgermeister Werner Diersch konnte zur kleinen Jubiläumsfeier auch die dienstälteste Referentin begrüßen: Die vielseitige Übungsleiterin Petra Hofmann hält seit 19 Jahren die Teilnehmerinnen ihrer Kurse mit Bauch-Beine-Po-Gymnastik und Aerobic-Ausdauertraining bei moderner Musik fit. Bezeichnenderweise sind fünf Damen des ersten Kurses auch heute noch dabei. Warum nur Frauen ihre Kurse belegen, erklärt Petra Hofmann so: "Die Aerobic-Schritte sind für Männer offensichtlich zu schwierig. Da hapert's oft an der Koordination."
Nach dem Ausscheiden von Helga Küspert, Heide Lauterbach, und Ludmilla Schenker kümmern sich seit dem Frühjahr Roswitha Duczmal-Keyssner, Sonia da Silva-Schmidt, Tanja Thiel, Michaela Lutz, Katja Obst und Ines Worschischek darum, dass die Erfolgsgeschichte weitergeht. Unterstützt werden sie von VG-Mitarbeiterin Birgit Mösch. Dieter Hübner