"Die Aufgabe macht mir Spaß, weil ich mit verschiedenen Menschen unterwegs bin und es durchaus interessant ist, was sie so alles zu berichten haben." Noch zwei Wochen, dann geht für Alexander Ruß seine Zeit als Bundesfreiwilligendienstleistender (Bufdi) im Fahrdienst beim Kreisverband Haßberge des Roten Kreuzes zu Ende. Hier ein Jahr als Bufdi zu arbeiten, das kann der 19-Jährige aus Sand jedem jungen Menschen empfehlen.
Christian Tyralla, der Leiter Soziale Dienste und damit auch des Fahrdienstes beim Roten Kreuz, freut sich darüber, dass Alexander Ruß seine Zeit beim Roten Kreuz so positiv in Erinnerung halten wird. Gleichzeitig hofft er darauf, dass sich noch junge Menschen für den Bundesfreiwilligendienst entscheiden, denn der Fahrdienst ist derzeit noch auf der Suche.
Der Fahrdienst, der körperbehinderte oder geistig behinderte Menschen fährt oder Mitmenschen, die durch besondere Umstände keine öffentlichen Verkehrsmittel oder Taxis benutzen können, arbeitet nicht nur mit hauptamtlich Angestellten. Sondern er bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich für ein Jahr als Bundesfreiwilligendienstleistende zu engagieren, um beispielsweise nach dem Schulabschluss und vor dem Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums die Zeit als Orientierungsphase zu nutzen. Mit dem Fahrdienst will der Kreisverband Menschen mit einer vorübergehenden oder dauerhaften Behinderung die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erleichtern und den Alltag so angenehm wie möglich machen. "Unsere speziell ausgebildeten Fahrerinnen und Fahrer kennen die besonderen Bedürfnisse behinderter Menschen", betont Christian Tyralla. Und die modern ausgestatteten Spezialfahrzeuge ermöglichen beispielsweise Rollstuhlfahrern bequemes Fahren - ohne mühsames Umsetzen oder Unterbringungsprobleme für den Rollstuhl.
Seine Aufgabe und der Umgang mit den Mitmenschen macht Bufdi Alexander Ruß noch immer Freude, blickt er auf seine zwölf Monate Erfahrung zurück: "Es ist immer wieder schön, die Dankbarkeit der Patienten für den geleisteten Dienst zu erfahren." Eine große Herausforderung sei natürlich die tagtägliche Tatsache, dass man durch das Fahren mit Patienten eine enorme Verantwortung für sie besitzt. "Für mich wäre es das Schlimmste, wenn jemand aufgrund meiner Leichtsinnigkeit zu Schaden kommt, weshalb immer große Vorsicht geboten ist", sagt der junge Mann.


Erfahrungen

2016 hat Alexander Ruß sein Abitur am Gymnasium in Haßfurt gemacht. Ein Kumpel hatte ihm von der Möglichkeit erzählt, beim Roten Kreuz im Fahrdienst zu arbeiten, da dessen Bruder sich dort auch engagierte. Da Alexander Ruß Zeit für seine berufliche Orientierung benötigte, das Jahr aber nicht verschwenden wollte, entschied er sich als Bufdi, etwas zu machen, "wo ich mich persönlich weiterentwickeln konnte".
Seine hauptsächliche Arbeit im Fahrdienst besteht darin, kranke, behinderte oder pflegebedürftige Menschen, die keine medizinische Betreuung benötigen, aus dem Krankenhaus abzuholen, zum Arzt und wieder nach Hause zu fahren oder sie zur Dialyse und wieder nach Hause zu bringen. Gearbeitet wird im Fahrdienst in drei Schichten im Zeitraum zwischen 5.45 und 20.30 Uhr.
Für Alexander Ruß geht seine Zeit als Bufdi am 31. Juli zu Ende. Danach wird er noch vier Wochen lang den Sommer genießen und zum 1. September eine Ausbildung beginnen. Er steigt bei der Polizei ein. wi