Bernhard Panzer Zehn Jahre lang hat Alberto Parmigiani nach dem richtigen Hersteller suchen müssen, jetzt hat er ihn gefunden. Und schon erweitert der musikalische Tausendsassa sein Spektrum um ein weiteres Segment: die so genannte Handpan. Dabei handelt es sich um ein neuartiges und eher seltenes Percussions-Instrument. Es ist ein metallener Klangkörper, der einer Steeldrum nachempfunden ist und sich wunderbar für meditativ-einfühlsame Klänge eignet. Selbstredend hat Parmigiani gleich eine CD produziert, die er zwischen Ende März und Mitte April dreimal in Herzogenaurach präsentiert.

Der 53-jährige ist auf vielen Bühnen zuhause. Er betreibt seit 20 Jahren ein Schlagzeugstudio in der Einsteinstraße, verkauft und repariert Instrumente rund um die Percussion, aber auch Gitarren, gibt Schlagzeug-Unterricht und trommelt in mehreren Rockbands. Dauernd auf die Pauke hauen muss er indes nicht, denn der in Mailand geborene Herzogenauracher kennt und kann auch die leisen Töne.

So hat er, bei einer seiner vielen Reisen in seine zweite Heimat Nepal, die Kunst der Klangschale erlebt, er verinnerlicht und gibt Workshops, Konzerte namens Klangreisen und Unterricht mit diesem faszinierenden Instrument. In das Spektrum passt vorzüglich die Handpan. Ihr entlockt man Klänge zur Entspannung und zum Träumen. Sie sei die ideale Einstimmung für die Klangschale, wie er sagt. Deshalb setzt er sie nun auch bei seinen Klangreisen ein: Sie bringt die Zuhörer nach dem Stress des Alltags in den Entspannungsmodus, bevor sie dann bei der Klangschale vollends abschalten können.

Es ist eben auch die spirituell-meditative Welt, die den Rock-Schlagzeuger schon immer fasziniert. Die leisen Töne aus einer Welt der Gefühle, der Natur entnommen und ebenso zerbrechlich. Die letzten sechs Monate hat Parmigiani in sechs Liedern eingefangen. Das war für ihn eine Zeit neuer Erfahrungen und tiefer Gefühle, wie er sagt. Alberto hat seine Liebe gefunden. Er reiste viel durch Nepal und China und heiratete seine Partnerin Ting Huang, eine Chinesin aus Shenzhen, im Herbst in Hongkong. Jetzt leben die Beiden in Herzogenaurach.

Veränderungen

Parmigiani möchte seinen Laden verändern, vom Schlagzeugverkauf mehr zu den meditativen Instrumenten. Er möchte hierfür Fachgeschäft sein. Schlagzeug-Unterricht will er nach wie vor geben, aber eben auch verstärkt Ausbildung an Handpan und Klangschale. Und in dem großen Raum, wo einstmals Zumba getanzt wurde, wird ab September Yogatherapie angeboten. Ting Huang war in ihrer Heimat Yogalehrerin.

Es war im Jahr 2000, als zwei Schweizer die Hand Pan "erfunden" haben und sie patentieren ließen, wie der Percussionskünstler erzählt. Abgeschaut haben sie den ovalen, bis auf ein Loch im Boden geschlossenen Körper wohl von der Steeldrum, meint Parmigiani. Das trotz seiner Größe sehr leichte Instrument besteht aus einer Metall-Legierung, deren Zusammensetzung geheim sei. Es hat seitlich und oben neun Spielflächen, die neun verschiedene Töne geben. Und wie beschreibt man es seinen Schülern? "Ich frage die Kinder immer, ob sie schon mal so ein Ufo gesehen haben", sagt Alberto.

Ein paar dieser Handpans hat er schon im Sortiment. Der Herzogenauracher bestellt diese "Handpfannen" in Sizilien, von einem gebürtigen Engländer. Somit könne er den Zwischenhandel umgehen, sagt er. Und die "Ufos" entsprechend günstiger verkaufen.