von unserem Redaktionsmitglied 
Berthold Köhler

Kaltenbrunn — "Es ist ein Dauerthema", sagte Bürgermeister Werner Thomas (SPD) am Mittwochabend im Rathaus und zuckte mit den Schultern. In regelmäßigen Abständen liegen die Abrechnungen für den Betrieb der Gemeinde-Friedhöfe auf dem Tisch des Gemeinderates, immer mit dem gleichen Problem: Die Kosten sind zu hoch, die Einnahmen zu niedrig. Deshalb denkt die Gemeinde Itzgrund jetzt über die Einführung einer jährlichen "Friedhofs-Unterhaltungsgebühr" nach.
10 000 Euro pro Jahr betragen die laufenden Kosten für die Friedhöfe im Gemeindebesitz - das sind Kaltenbrunn, Gleußen und Herreth. Mit den Einnahmen durch die Bereitstellung von Grabstätten, die Leichenhaus-Nutzung oder die Vorbereitung von Gräbern können diese normal nicht gedeckt werden. So blieben im vergangenen Jahr rund 5000 Euro übrig, die von der Gemeinde übernommen wurden. "Unterdeckung" nennt man so etwas bei einem kommunalen Betrieb - und die soll es nicht geben.

Rat gegen Erhöhung

Die durchaus vorhandene Möglichkeit, die Bestattungsgebühren - 350 Euro kostet zum Beispiel ein Einzelgrab - zu erhöhen, fand im Gemeinderat von Anfang an keine Befürworter. "Diese Gebühren erscheinen vielen schon jetzt zu hoch", sagte der Bürgermeister. Matthias Bauer (Freie Wähler) sah die Sache nicht viel anders: "Wir können die Einzelgebühren nicht mehr erhöhen."
Als Alternative brachte Gemeinde-Geschäftsleiter Dieter Scherbel die "Friedhofsunterhaltungsgebühr" ins Gespräch. Über diese könnte man die Ausgaben für den Unterhalt der Friedhöfe einschließlich des Wasserverbrauchs und der gärtnerischen Gestaltung decken. Wie hoch die am Ende liegt, konnte Scherbel noch nicht genau sagen, er gab aber auch gleich Entwarnung: Mit viel mehr als zehn Euro pro Jahr und Einzelgrab müsse der Bürger nicht rechnen. Außen vor blieben bei der Gebühr die bereits bestehenden Gräber: Diese dürfen aus rechtlichen Gründen nicht belangt werden, die "Friedhofsunterhaltungsgebühr" würde nur für neu angelegte Gräber gelten.
Einige Gemeinderäte, wie auch Günther Rose (CSU), wunderten sich, warum die Gebühr für den Unterhalt nicht auch auf bestehende Gräber erhoben werden kann. Doch Scherbel verwies darauf, dass bei der Einmalgebühr für ein Grab bislang die Pflege der Friedhöfe mit eingerechnet war. Da könne man jetzt nicht noch einmal Geld verlangen. Die finanzielle Unterdeckung sei damit ein Problem der Gemeinde.
Hier verwies der Bürgermeister allerdings darauf, dass es halt auch sehr schwer sei, die Kosten über die Grab-Nutzungszeit von bis zu 25 Jahren richtig einschätzen zu können. Mit der jährlichen Gebühr für die neuen Gräber könne man dieses Problem aber in den Griff bekommen.
Die Gemeindeverwaltung bekam deshalb den Auftrag, "eine vernünftige und rechtssichere Lösung" (Werner Thomas) für die "Friedhofsunterhaltungsgebühr" zu erarbeiten. Wichtig war dabei den Gemeinderäten, dass die Höhe der Gebühr über die Laufzeit der Grabnutzung hinweg flexibel gestaltet werden kann. Eben so, dass die Gemeinde nicht jedes Jahr 5000 Euro für den Betrieb der Friedhöfe drauflegen muss.