Marion Krüger-Hundrup Die Firma Gott & Sohn GmbH ist in die Krise geraten: "Wie Amazon 24 Stunden online, aber die Lieferzeit!?", stöhnt Ecclesia mit dramatischem Augenaufschlag. Sind die langsam mahlenden Mühlen in der Natur dieser Firma begründet, die abgekürzt "OFIDF" heißt? Also: Ohne Frauen in der Führung!

Ecclesia, Frau Kirche, hat sich 2000 Jahre nach ihrer Geburt auf Rundreise durch das Erzbistum Bamberg begeben, um zu sehen, "was so los ist". Und weil es in einer Phase der Umstrukturierung von Seelsorgebereichen "um die Zukunft geht". Die Reporterin trifft Ecclesia in einer Kneipe in Höchstadt an der Aisch, wo sie einem entzückten Frauenpublikum ein "Relaunch der Firma Gott & Sohn" vorschlägt: "Wir dürfen immer wieder neu werden!", ermutigt Ecclesia.

Kreativer Denkanstoß

Die Bamberger Schauspielerin Heike Bauer-Banzhaf hat dieses tiefgründige Monodrama selbst geschrieben, in dem die steinerne Ecclesia aus dem Dom lebendig wird. Und zwar im Auftrag des Fachbereichs Frauenpastoral des Erzbistums. Das Stück "Ecclesia - Bekenntnisse einer Wandelbaren" soll ein kreativer Denkanstoß zum derzeitig laufenden Entwicklungsprozess "Erzbistum mitgestalten" sein: "Ein Kontrapunkt gegen etwaige Ermüdungserscheinungen, Frusterlebnisse oder Änderungswiderstände", erläutert Frauenseelsorgerin Susanne Grimmer.

Ecclesia solle auf unterhaltsame Weise Lust auf Wandel als Lebens- und Glaubensprinzip machen, fügt die Pastoralreferentin hinzu. Das Erzbistum brauche "Wandelfreudigkeit, um sich auf Umbrüche und das Wirken des Heiligen Geistes einzustellen", sagt die Frauenseelsorgerin.

Zurück zur Quelle Evangelium

Auf humorvoll-kritische Art kommt Ecclesia weg von formalen, organisatorischen Fragen zurück zur Quelle Evangelium. Zum "charismatischen Juniorchef des Wirtschaftsunternehmens Gott & Sohn, dieses Mannes aus Nazareth, der die Frauen auf seine Seite brachte". Und heute?

So fragt Ecclesia alias Heike Bauer-Banzhaf und antwortet knapp, aber treffend: "Nur Worte, keine Taten!" Ja, mit melodiöser Stimme singt sie sogar. "Ecclesia trägt viel zu lange ein männliches Gesicht! Kirche braucht Frauen, fleißig und engagiert, klug und kompetent! Am Nächsten orientiert!" Schließlich, so spricht Ecclesia weiter, sei es Gott gegenüber unverschämt, die eine Hälfte seiner Schöpfung als minderwertig abzustempeln. Doch mit Geistkraft, Gottes Kraft, könnten Fehler voranbringen, wenn man(n) daraus lernt.

Heike Bauer-Banzhaf verkörpert diese Ecclesia temperamentvoll, mit umwerfendem Charme. Sie bringt es fertig, harten Tobak mit einem Augenzwinkern zu entschärfen, wird nie verletzend. "Ihr habt selbst priesterliche Würde, mischt euch ein in Kirche und Gesellschaft", ruft Ecclesia den gebannt lauschenden Frauen zu. "Die Zukunft der Kirche liegt in eurer Hand!"

Männer willkommen

Auf ihrer Tournee durch die Erzdiözese hat Heike Bauer-Banzhaf bisher ausschließlich für ein weibliches Publikum gespielt. So war es auch von der Frauenpastoral gewünscht: "Ein Geschenk speziell und exklusiv für Frauen", erklärt Susanne Grimmer. Auch die Auftrittsorte waren speziell: Cafés, Bars oder Kinos, keine Pfarrheime oder sonstige kirchliche Gebäude.

Nun gibt es also am kommenden Sonntag, 18. November, gleich eine doppelte Ausnahme: Um 17 Uhr wird Ecclesia in den Festsaal des Bistumshauses St.Otto am Heinrichsdamm 32 rauschen und sich einer gemischten Zuhörerschaft stellen.

"Männer sind ausdrücklich willkommen!", lädt die Frauenpastoral in Kooperation mit der Hauptabteilung Kunst und Kultur im Erzbischöflichen Ordinariat ein. Der Eintritt ist frei - in diese Etage der Firma Gott & und Sohn GmbH.