Bürgermeister Hermann Anselstetter machte als Grundschulverbandsvorsitzender zum Auftakt eines Vortrags klar, vor welchen Entscheidungen die Eltern stehen. Obwohl das Bildungsangebot Gebundene Ganztagsschule an der Verbandsschule Neuenmarkt-Wirsberg offenstehe, halte sich die Nachfrage in Grenzen.
Als Entscheidungshilfe für Eltern habe er die Konrektorin der Pestalozzischule Kulmbach, Sandra Stenglein, für einen Vortrag gewinnen können. Sie bringe vom Ganztagszug der Lucas-Cranach-Grundschule in Kronach einen über zehnjährigen Erfahrungsschatz mit.
Für die Kleinsten sei der Übertritt von der Kita in eine Ganztagsklasse zweifellos ein wichtiger Einschnitt. Es lasse sich jedoch schon nach wenigen Monaten feststellen, dass die Ganztagsschüler sehr selbstständig sind. "Sie übernehmen schon eigene Aufgabenstellungen, entdecken die Schule sehr schnell und knüpfen rasch Kontakte zu Mitschülern und zum Schulpersonal. Am Nachmittag ist das wie eine kleine Familie." Auch das gemeinsame Mittagessen schweiße schnell zusammen.
Als Lehrkraft habe man "mehr Zeit als in der Regelklasse" und könne die Kinder sehr schnell und gut kennenlernen. Damit gewinnen die individuelle Förderung und die Vermittlung sozialer Kompetenzen besondere Bedeutung. Die Pädagogin wies Bedenken, dass Kinder durch den Nachmittagsunterricht in der ersten Klasse überfordert seien, unmissverständlich zurück. Der gebundene Ganztag müsse einen rhythmisierten Unterricht bieten. Dem ausgewogenen Wechsel von Lernen und Entspannen komme große Bedeutung zu. Eltern an der Grundschule Neuenmarkt-Wirsberg können sich noch bis Juni für die Ganztagsklasse entscheiden. Es können auch Kinder aus Nachbargemeinden aufgenommen werden. rei