bernhard Panzer Manchmal, so stellt ein nachdenklicher Rainer Aumeier fest, "tut es mir fast ein bisschen leid, dass ich nicht schon vor 20 Jahren auf die Idee gekommen bin". Denn seit langem schon liegen die Grünflächen hinter dem Gebäude der Mittelschule brach. Da ist bisher einfach gemäht worden - und fertig. "So eine Rasenfläche braucht kein Mensch", sagt Aumeier.

Jetzt aber ändert sich das: Drei Flächen mit insgesamt an die tausend Quadratmeter werden nun ökologisch sinnvoll gestaltet. Den Auftakt machte am Dienstag ein Bereich, der mit verschiedenen Wildblumensamen angesät wurde. Der so genannten Saatfläche werden noch eine Pflanz- und eine Brachfläche folgen.

Hype kommt gerade recht

Für den Lehrer der Mittelschule, der das Umweltprojekt mit der Klasse 9M durchzieht, kommt der momentane Hype um die Natur gerade zum richtigen Zeitpunkt. Nach dem Volksentscheid zur Bienenrettung schießen naturnahe Wiesen aus dem Boden und es werden überall Projekte gestartet. Auch die jetzige Blühfläche zwischen der Mittelschule und dem Gymnasium fügt sich da ein. Etwas weiter entfernt im Weihersbach-Gelände wurde jüngst am Earth-Day ein ähnliches Projekt gestartet, und gleich neben der jetzigen Fläche ist schon im vergangenen Jahr angesät worden. Da kann man wunderbar sehen, wie sich ein Bereich mit Wildblumen entwickelt. Ausgesät wurden am Dienstag 250 Quadratmeter Saat auf fünf Meter breiten Streifen. Das Saatgut (200 Euro) haben die Herzogenauracher Rotarier gespendet und die Stadtgärtnerei hat's besorgt. Fitz Beyer und Bernd Winkelmann unterstützten die Schüler gestern beim Ausbringen des "Veitshöchheimer Blühzaubers" und von verschiedenen Mischungen.

Im Herbst wird auf einem der beiden anderen Bereiche, der so genannten Brachfläche, eine gut 600 Quadratmeter große Streuobstwiese entstehen. Am liebsten wären ihm da auch alte Obstsorten, sagt Aumeier als Initiator des Projekts. Und auf der dritten Fläche sollen Stauden angepflanzt werden. Die Schule stand vor Beginn der Aktionen im Kontakt mit der Stadt, so hat es mit Gärtnereichef Beyer und der Umweltbeauftragten Monika Preinl auch einen Ortstermin gegeben. Vorausgegangen war ein Brief der Schüler an den Bürgermeister.

Von den Schülern werden auch Schilder angefertigt, die an den drei Flächen aufgestellt werden und über das Projekt informieren. Damit die Leute sich nicht wundern, dass da nicht mehr gemäht wird, sagt Aumeier. Denn manche Menschen müssen sich an etwas mehr Natur erst gewöhnen.