Pater Maria-Eugen wurde im Jahr 1894 als Henri Grialou in Le Gua bei Aubin in Frankreich geboren, er starb im Jahr 1967 in Venasque. Schon vor dem Krieg entschloss er sich, Theologie zu studieren und Priester zu werden.


"Ich will Gott schauen"

Kurz nach seiner Priesterweihe im Jahr 1922, trat er - ergriffen von dem spanischen Mystiker Johannes vom Kreuz - in den Orden der unbeschuhten Karmeliten ein. Dort schöpfte er reichlich auch aus den Schriften der Heiligen Teresa von Avila, die ihm Erleuchtungen über das innere Gebet schenkten.
Als Ordensmann tauchte er ganz in die Lehre der beiden Kirchenlehrer ein, lebte daraus und drang mit einem unerschütterlichen Glauben in die Geheimnisse Gottes ein. Es war ihm ein Herzensanliegen, Kontemplation und Aktion im alltäglichen Leben miteinander in Einklang zu bringen. Er war in führender Position im Karmelitenorden für die Ordensangehörigen verantwortlich.
In seinem Meisterwerk "Ich will Gott schauen" nimmt er den Leser an die Hand und führt ihn den Weg zum Ziel, wo Kontemplation und Aktion sich im vollkommenen Einklang befinden, nämlich in der Heiligkeit. Die Menschen dort erreichen, wo sie leben und arbeiten, bewegte Pater Maria-Eugen.


Das Säkularinstitut

Das ist auch der Initialgedanke für das später entstehende Säkularinstitut: Menschen, die im inneren Gebet die Vertrautheit mit Jesus Christus suchen und durch ihr Sein und Tun von Gott Zeugnis abzulegen mitten in der Welt.
Pater Maria-Eugen verstarb am 27. März 1967. Sein Seligsprechungsprozess wurde 1985 in der Diözese Avignon eröffnet. Aus diesem Grund erfolgte die Seligsprechung am 19. November 2016 in Avignon.
Heute besteht das Säkularinstitut Notre-Dame-de-Vie aus drei Zweigen, die auf vier Kontinenten vertreten sind: Frauen, Männer und Priester, die sich Gott geweiht haben und zugleich ihren Berufen in der Welt nachgehen. Die Mitglieder leben allein oder in Gruppe, ihr Hauptsitz in Deutschland befindet sich in Weisendorf, wo auch ein Exerzitien- und Bildungshaus Gäste aufnimmt. maw