Martin Luther sagte einmal: "Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes, die den Teufel vertreibt und die Leute fröhlich macht!" Einem fröhlichen Menschen mit einem freundlichen Lächeln öffnen sich viele Türen - erst recht, wenn dieser auch noch musikbegeistert ist und Gleichgesinnte findet.
Diese Erfahrung machte im Jahre 1969 in Zeckern der Schuhmachermeister Hermann Zeitler. 1918 in Erfurt geboren, war er 1968 über Kulmbach und Erlangen nach Hemhofen in den Ortsteil "Leithe" gekommen und hatte schon wenig später zur Gründung einer Musikkapelle aufgerufen. Am 2. Januar 1971 wurde der "Musikverein Zeckern und Umgebung e.V." im Gasthof Bräunig am "Zeckerner Bahnhof" aus der Taufe gehoben.
Zum Vorsitzenden wählte man Hermann Zeitler, der nach einem internen Hauskrach allerdings bald von seinem Führungsamt zurück und aus dem Verein austrat. Die Musiker bestimmten den späteren Ehrenvorsitzenden Karl Krause zum Vorsitzenden. Bald waren es 34 aktive Musiker, und weitere 75 passive Mitglieder stärkten den Verein. Nachfolger von Karl Krause wurde im März 1979 Alfred Brauer. Am 8. März 1985 stellte Alfred Brauer sein Amt zur Verfügung, um den Vorsitz des Vereins in jüngere Hände zu legen. Man wählte Manfred Schmidt zum neuen "Vereinschef". Zu dieser Zeit waren es 87 passive Mitglieder und 22 aktive Musiker. Etwas ungewöhnlich war es, dass die 22 Aktiven sowie ihr Dirigent Günter Siebenhaar aus zwölf umliegenden Ortschaften kamen.
Im Jahre 1986 überraschte der rührige Dirigent seine Zeckerner Musiker, denn er kündigte seinen Rückzug als musikalischer Leiter des Vereins an. Fritz Bock wurde die Stabführung in Zeckern übertragen. Er leitete die Musikkapelle etwa neun Monate lang und verpasste der Kapelle nicht nur ein neues Outfit in Form von Lederhose und Dirndl. Auch die Art der Musik wurde verändert. Zu Bayerisch-Böhmisch gesellten sich Billy Vaughn, Glenn Miller und andere mit ihrem Big-Band-Sound. Nach seinem Ausstieg musste Günter Siebenhaar wieder den Dirigentenstab ergreifen.


Vorstand verjüngt

Mit Matthäus Maar als Vorsitzendem ging es dann in die 90er Jahre. In der Hauptversammlung im März 1997 wurde der gesamte Vorstand verjüngt. Vorsitzender wurde Michael Motz, der bereits vorher aktiv im Vorstand tätig war. Dirigent blieb der bewährte Musiker Peter Wahl, unter dessen Leitung die Kapelle ihren Bekanntheitsgrad weiter steigern konnte.
Im April 2014 starb der langjährige Dirigent Peter Wahl und hinterließ eine große Lücke. Bei den anstehenden Neuwahlen veränderte man die Struktur des Vorstands. Vier gleichberechtigte Vorstandsmitglieder führten nun die Geschicke des Vereins gemeinsam und verteilten die anstehenden Aufgaben unter sich. Dies waren Michael Motz, Dunja Löffler, Stefan Stilkerich (Schriftführer) und Frank Schmidt (Kassier). Der Verein hatte zu diesem Zeitpunkt zwölf aktive und 90 passive Mitglieder. Der neue Vorstand sah es als vordringliche Aufgabe, die Spielfähigkeit des Musikvereins in vollem Umfang wiederherzustellen, d. h. die Besetzung musste wieder komplettiert werden, und vor allem musste ein neuer Dirigent gefunden werden.
Im September gelang es dem Vorstand, Joseph Jevtic als Dirigenten zu verpflichten, einen ausgebildeten Trompeter, der auf 40 Jahre Bühnenerfahrung zurückblicken konnte. Ein Neuanfang war gemacht, und es gesellten sich auch reaktivierte und neue Musikanten zum Musikverein.
Im Mai 2015 konnte Regina Scherer als musikalische Leiterin gewonnen werden. Im gleichen Jahr hatten sich verschiedene Vereine aus Zeckern zusammengetan, um die Kerwa wiederzubeleben. Der Musikverein Zeckern war einer der Mitorganisatoren und brachte und bringt sich natürlich musikalisch ins Programm ein. Am zweiten Wochenende im Juni 2016 startete die Zeckerner Kerwa das erste Mal in dieser Form am Bahnhofsplatz. Ende Mai 2017 fand nun die Zeckerner Kerwa bereits zum zweiten Mal als Gemeinschaftsleistung der Zeckerner Vereine statt.
Das nächste große Ereignis findet am 28. Oktober statt. Der Musikverein Zeckern lädt schon jetzt die Bevölkerung zum "Herbstfest der Blasmusik" in Hemhofen ein.