Der Höhepunkt zum Abschluss der diesjährigen Konzertreihe des Kuratoriums zur Förderung von Kunst und Kultur im Forchheimer Land ist die Aufführung von "Der Messias", Oratorium in drei Teilen von Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759). In Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Forchheim und der Kirchengemeinde St. Johannis Forchheim kommt das renommierte geistliche Konzertwerk in der Besetzung Soli, Chor und Orchester am vierten Adventssamstag, 21. Dezember, 18 Uhr in der St.-Johanniskirche Forchheim zur Aufführung.

Händel schuf sein Oratorium "Der Messias" 1741, im 56. Jahr seines wechselvollen Künstlerlebens. Ein Jahr später kam es in Dublin, der Hauptstadt Irlands, zur ersten Aufführung. Der Erfolg war über die Maßen großartig. Die erste Aufführung in London, nicht etwa in einer Kirche, sondern im Covent-Garden-Konzerthaus, wurde 1743 eher kühl aufgenommen. Nach Deutschland kam das Werk erst 1772, wurde dann aber auch hier, wie inzwischen in England, als Meisterwerk begrüßt.

Weltweit beliebt

Heute ist es wohl weltweit das beliebteste Werk des Chorrepertoires. Es umfasst in drei Teilen die christliche Heilsgeschichte, beginnend mit den alttestamentlichen Prophezeiungen von Propheten wie Jesaja, das Leben Jesu, der als Erfüllung der Prophezeiungen gesehen wird, seine Geburt, seinen Tod am Kreuz und sein erhofftes zweites Kommen. In 22 Tagen wurde die Partitur niedergeschrieben. Aus Berichten derer, die dem Komponisten damals nahestanden, ist zu erfahren, dass Händel das Werk in einer grenzenlosen Hochstimmung schuf. "Ich glaubte den Himmel offen und den Schöpfer aller Dinge selbst zu sehen", soll er tränenüberströmt ausgerufen haben, als er den zweiten Teil des Oratoriums mit dem Halleluja beendet hatte.

Der Librettist Charles Jennens (1700 bis 1773) nannte sein Werk "Messias" (von aramäisch "meschicha" und hebräisch "hammaschiach", der Gesalbte), nicht etwa griechisch "Christus". Schon in diesem Titel zeigt sich die starke Beziehung auf Texte des Alten Testaments. Im Mittelpunkt des Oratoriums steht die Aussage, dass Jesus die "messianischen Weissagungen" des Alten Testaments erfüllt habe, also der erwartete "Messias" sei.

Im Messias ist das Diktum, Händel erreiche mit geringsten Mitteln die großartigsten Wirkungen, wohl exemplarisch verwirklicht. Dennoch ist die Musik farbig und abwechslungsreich mit einer Spannweite, die von pastoralen Stimmungen in der Hirtenmusik vor der Weihnachtsgeschichte oder dem Duett "And he shall feed his flock" über meditative Innigkeit (wie "I know that my Redeemer liveth" ), expressive Klage (die Passionsszene "Behold and see" und "He was despised" ) und überschwänglichen Jubel (wie im Halleluja-Chor oder dem Solo mit Chor "O thou that tellest good tidings to Zion" ) bis zu opernhafter Dramatik (etwa in der Bass-Arie "Why do the nations ...") reicht.

Die Mitwirkenden sind die Solisten Lisa Rothländer (Sopran), Adelheid Lang (Alt), Philipp Fischer (Tenor), Tobias Germeshausen (Bass) sowie die Vogtland-Philharmonie Greiz/Reichenbach und die Große Kantorei St. Johannis Forchheim. Die musikalische Gesamtleitung hat Anne Barkowski.

Kartenvorverkauf

Karten (18/16 Euro) sind im Vorverkauf beim Kulturamt des Landkreises Forchheim, Telefon 09191/861045, in der "Bücherstube an der Martinskirche", Telefon 09191/14500), in der Lotto-Annahmestelle Kefferstein, Telefon 09191/3515930, sowie an der Tageskasse (ab 17 Uhr) erhältlich. red