Eckehard Kiesewetter Es war ein Abschied mit Ansage, denn auch sein Umgang mit dem nahen Tod passte zu der offenen, anpackenden Art des Peter Kirchner. Er trug sein Herz auf der Zunge, sagte, was er dachte, und war dabei pfiffig und gewitzt - oft genug auch tiefer, als man zunächst bei solch einem lebenslangen Lausbuben erwarten würde. Am Freitag ist der ehemalige Bürgermeister von Kirchlauter mit 72 Jahren seinem Krebsleiden erlegen.

Als Kaufmann brachte er solides Grundwissen mit, als er 1981 Bürgermeister wurde. Er brachte es auf 27 Dienstjahre, zwölf davon als erstes hauptamtliches Gemeindeoberhaupt. Viele Jahre saß er dem Bayerischen Gemeindetag im Kreis Haßberge vor und betrieb mit einer guten Mixtur aus Bodenhaftung, Schlitzohrigkeit und dem Blick über den Kirchturm hinaus Werbung für die (Original-Ton) "Hauptstadt der Heiligen Länder".

Dorferneuerungen in Kirchlauter, dem späteren "Golddorf" Pettstadt und Neubrunn, die Lauterrenaturierung, wichtige Investitionen in die Abwasseranlagen und der Anschluss Neubrunns an den Wasserzweckverband Veitensteingruppe waren einige der Meilensteine seiner Arbeit.

"Nah bei die Leut"

"Am wichtigsten sin mir meine Leut", sagte Kirchner stets. So engagierte der "Bauernbürchermesta" sich über viele Jahre im Pfarrgemeinderat und in der Kirchenverwaltung sowie in der Vereinsgemeinschaft Kirchlauter und der Dorfgemeinschaft Neubrunn. Es gelang ihm, beide konkurrierenden Nachbarorte zu einer Gemeinschaft zu verschmelzen, für den damaligen Landrat Rudolf Handwerker "unglaublich, wie er diesen Haufen zusammengeschweißt hat".

Großes Steckenpferd Kirchners war die Imkerei, die ihn zum Gründer des Lehrbienen-stands und zu einem der ersten Grünen unter den schwarzen Politikern im Landkreis machte. Im Unruhestand riss er die Seniorengruppe mit schier unbremsbarem Elan zu Aktionen mit. Trotz allem war er Familienmensch mit vier Kindern und einem Dutzend Enkeln und erkannte im Rentenalter: "Opa ist mein Traumberuf."

Kirchner war Träger des "Frankenwürfels" und des Bundesverdienstkreuzes am Bande. Bei der Trauerfeier am Mittwoch, 3. April, um 14.30 Uhr in Kirchlauter wird gewiss eine große Schar dankbarer Menschen Abschied von Peter Kirchner nehmen. Viele Anekdoten um ihn und viele seiner bauernschlauen Sprüche werden das Original für lange Zeit "unsterblich" machen.