Dass selbst jetzt noch ein wenig politisiert wurde, konnte bei der eisernen Hochzeit von Maria und Hellmuth Lenhart aus Neunkirchen im Grunde niemanden überraschen. Denn Hellmuth Lenhart war selbst lange Jahre in der Kommunalpolitik aktiv. "Er hatte als Politiker immer ein offenes Ohr", erinnerte sich Neunkirchens Bürgermeister Heinz Richter (FWG).
14 Jahre als Gemeinderat und 18 Jahre im Kreisrat vertrat der 90-Jährige Hellmuth Lenhart die Interessen seiner Heimat, bis er nach einer schweren Krankheit 1979 alle Ehrenämter bis auf jenes des Kreisrats niederlegte. Geboren wurde er in der Rhön. 1943 musste er zum Arbeitsdienst, die Rekrutenzeit in Belgrad bedeutete den Einsatz an der Front. Nur zwei seiner Kameraden kamen unverwundet zurück. "Ich hatte Glück", sagte Lenhart.


Getroffen im Friseurgeschäft

Damals kannte sich das Jubelpaar noch nicht. 1945 sollte Hellmuth Lenhart in die Kriegsschule nach Bayreuth. Ein Fliegerangriff verhinderte das.
Aber auch diesen Angriff überstand er ohne größere Verletzungen. Später wollte er in dem Neunkirchner Friseurgeschäft Bischof ein Parfüm für seine Mutter kaufen. In der Küche des Geschäfts sah er Maria, die Tochter der Geschäftsleute, und verliebte sich in die junge Frau.
Mit vier Geschwistern ist die Jubilarin aufgewachsen und arbeitete im Finanzamt. Zum Modellieren ist sie über einen Kollegen gekommen, und schon bald war diese Kunst ihr großes Hobby. Viele ihrer Figuren und Bilder verleihen ihrem Haus eine unverwechselbare Handschrift.
In früheren Jahren stellte sie ihre Werke aus. Künstlerisch betätigte sich auch Marias Ehemann. Nach seiner Krankheit begann er zu malen und fertigte Ikonen-Ostereier an. Mit der Dante-Gesellschaft in Erlangen unternahm das Jubelpaar viele Reisen.
Doch auch sonst gab es kaum einen Neunkirchner Verein, bei dem nicht mindestens einer der beiden Eheleute gewesen ist.