Es ist diese Intimität, diese unmittelbare Nähe zu den Interpreten und die Kleinkunst-Atmosphäre, die den Saal des Blauen Hauses auszeichnet. Wenn dann noch die Akteure oben auf der Bühne die ungeteilte Zuneigung eines zahlreichen Publikums während zweier Stunden erobern, wird es ein Abend zum Erinnern, zum Festhalten. Und einen solchen machte das Duo Zaruk möglich.
Die Spanierin Iris Azquinezer (Cello) aus Madrid und der gebürtige Selber Rainer Seiferth, seit zwölf Jahren auf der iberischen Halbinsel sesshaft und auch schon in Bayreuth wohnhaft, woben wunderschöne Klangbilder voller unerfüllter Sehnsucht, Schwermut und Romantik, von der Einsamkeit des Verlorenseins. Und gaben den Besuchern Zeit, in sich hineinzuhorchen, die Seele zu erreichen. Beinflusst von der Musik der sephardischen Juden, die Ende des 15. Jahrhunderts aus Spanien vertrieben wurden, schuf das kongeniale Paar, zwei Instrumente und vier sich intensiv anblickende Augen, einen Kontakt, der tiefe musikalische Liebe umschließt.
Es gab viele Möglichkeiten, das Können aufblitzen zu lassen, "Si la mar era de leche" war so ein Lied, glänzenden Zupfpassagen folgte Mystisches aus dem Cello, von zarter Hand hingehaucht. Und die marrokanische Weise "Desde hoy la mi madre" wurde im tänzerischen Rhythmus farblich zelebriert.
Danach Melancholie zum Weinen, elegische Passagen, abgelöst von hartem Strich und harten Saitenhieben, begleitet von spanischen Vokalen der Cellistin. Sie drückte damit aus: "Der Tod ist eine Reise in das Land der Wahrheit". Sanfte, wehmütige Akkorde hallten auf dem Heimweg noch nach, Li und Jim Tröster, die Gastgeber hatten wieder den Geschmack des Publikums und des Rezensenten getroffen. Der Schlussbeifall wollte nicht enden. Zu Recht!