Matthias Einwag Bad Staffelstein — Wie der aktuelle Sachstand zur Sanierung der Viktor-von-Scheffel-Realschule ist, wollten wir vom Landratsamt Lichtenfels erfahren. Pressesprecher Andreas Grosch beantwortete unsere Fragen wie folgt: FT: Vor einem Vierteljahr wurden Asbest und PCB in der Bausubstanz einiger Gebäudeteile der Staffelsteiner Realschule gefunden. Ist schon geklärt, ob und wann saniert werden kann? Andreas Grosch: Die Belastung wurde durch asbesthaltige Füllstoffe in feststehenden Seitenteilen der Türelementen verursacht. Die Fasern konnten über die Einbaulautsprecher entweichen. Diese Öffnungen wurden fachgerecht verschlossen, so dass kein Austritt mehr möglich ist. Die betroffenen Räume wurden von einer Fachfirma gereinigt. Anschließend fanden Kontrollmessungen statt. Hiermit wurde die erfolgreiche Arbeit der Firma bestätigt. Es wurden keine Fasern mehr nachgewiesen. Deshalb konnte der Schulbetrieb wieder vollständig aufgenommen werden. Zurzeit wird eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Als Entscheidungshilfe sollen alternative bauliche Konzepte für die Zukunft der Schule erarbeitet werden. Der Landkreis Lichtenfels wird in der nächsten Sitzung des Kreisausschusses zum Thema Realschule Bad Staffelstein beraten und zeitnah eine Entscheidung treffen.

Die Schulleitung wünscht sich einen kompletten Neubau in Bad Staffelstein auf einem anderen Grundstück. Ist das finanziell realisierbar?

Von der Schadstoffbelastung betroffen waren die Räumlichkeiten des Nord- und Osttraktes. Dies entspricht ca. der Hälfte des gesamten Schulgebäudes. Die sonstigen Gebäudeteile wurden zusammen mit dem 1993 erstellten Westtrakt generalsaniert und befinden sich in einem guten Zustand. 2008 wurde ein Erweiterungsbau mit vier Klassenzimmern und einem Werkraum in Betrieb genommen. 2012 wurden An- und Umbaumaßnahmen für die Ganztagsbetreuung in Betrieb genommen. Diese beiden Maßnahmen wurden mit Fördermitteln unterstützt. Deshalb besteht eine 25-jährige Nutzungsbindung.

Für einen kompletten Neubau müsste ein geeignetes Grundstück gefunden werden. Zudem wird es hier auch eine Standortdebatte zum Ort der Schule geben - der Standort der Schule muss dann nicht zwangsweise Bad Staffelstein sein. Die Gesamtkosten - ohne Grunderwerb - würden bei ca. 35 Millionen Euro liegen.

Neben diesen offenen Fragen, müsste bei einer Verlagerung der Schule - egal ob innerhalb Bad Staffelsteins oder in eine andere Landkreiskommune - die Schülerbeförderung völlig neu konzipiert werden.

Die Lichtenfelser Berufsschule ist ebenfalls sanierungsbedürftig. Ist es denkbar, Realschule und Berufsschule in einem neu zu schaffenden Schulzentrum unterzubringen?

Hier wäre ebenfalls die Standortfrage zu klären. Es wäre eine Grundstücksgröße von 30 000 bis 40 000 Quadratmeter erforderlich. Da die Berufsschule größer als die Realschule ist und eine Sporthalle mit gebaut werden müsste, lägen die überschlägigen Kosten bei: 35 Millionen Euro für die Realschule, 45 Millionen Euro für die Berufsschule, zehn Millionen Euro für eine Dreifachturnhalle und zwei Millionen Euro für die Ausstattung. Die überschlägigen Gesamtkosten lägen bei 92 Millionen Euro, also rundgerechnet bei 100 Millionen Euro.

Außerdem merkte Andreas Grosch an, dass man - ähnlich wie beim Neubau des Klinikums - bei einer "Schulneubau-Debatte" von der Idee bis zum Einzug mit rund zehn Jahre rechnen müsse. "Zudem bedeuten die hohen Kosten für einen Neubau - trotz Förderung durch den Freistaat - einen enormen Kraftakt für den Landkreis, um dies zu finanzieren", fügt er hinzu. Neben den genannten Schulsanierungen hätten auch andere Schulen des Landkreises Bau- und Sanierungsmaßnahmen angemeldet, die der Kreis in den nächsten Jahren angehen sollte. Mit der Umsetzung eines Ersatzneubaus der Staffelsteiner Realschule wären auf Jahre andere Projekte blockiert.