Bernhard Panzer Für Ute Meindel, die Leiterin der Offenen Hilfen der Lebenshilfe, ist der neue Herzo-Garten an der Schütt ein idealer Ort der Begegnung. Hier sollen alle interessierten Bürger anpflanzen und säen, pflegen und gärtnern sowie die Früchte dann auch ernten dürfen. Das Projekt "Urban Gardening" ist vorbereitet, und schon haben sich mehrere Hobby-Gärtner zusammengefunden.

Der Herzo-Garten ist auch Bestandteil der Zusammenarbeit von städtischer Volkshochschule (VHS) als Ideengeber und der Offenen Behindertenarbeit der Lebenshilfe. Vor drei Jahren entstanden Modellprojekte zur Inklusion von Menschen mit Behinderung, und seither läuft auch die Zusammenarbeit mit der VHS. Ziel ist es, "Barrieren abzubauen und für Begegnung und ein Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung zu sorgen", berichtet Ute Meindel, die seit einem Jahr Leiterin der Offenen Hilfen der Lebenshilfe ist. Angesiedelt ist ihr Büro in der Steggasse in Herzogenaurach.

Und dafür ist der Herzo-Garten ihrer Meinung nach ideal. "Das Gartengrundstück ist eine echte Chance, dass es zu Begegnungen kommt", sagt die Sozialpädagogin. Denn man müsse sich immer fragen, auf welchem Weg Inklusion gelingen kann.

Am Samstag, 11. Mai, findet nun ein Workshop im Herzo-Garten statt. Ergänzend gibt es am 26. Mai einen Ausflug in einen Kräutergarten. Für beide Veranstaltungen gibt es freie Plätze. Gesucht werden noch Menschen ohne Behinderung.

Der Workshop wird geleitet von Anna Meißner, einer Studentin, die just zum Thema "Urban Gardening und Inklusion" ihre Masterarbeit schreibt. Sie sei auf Oliver Kundler zugekommen, sagt die 26-Jährige. Und weil der Leiter der VHS ebenfalls die Idee dieser Zusammenarbeit hatte, fand man auch schnell zusammen. "Ich hab die richtige Dozentin zur richtigen Zeit gefunden", sagt Kundler.

Die junge Hobbygärtnerin arbeitet schon sechs Jahre ehrenamtlich für die Lebenshilfe. Sie will mit allen Teilnehmern - zwölf sollen es sein - gemeinschaftlich ein Hochbeet mit Salat und Kräutern anpflanzen, Informationen über urbane Gärten geben und aufzeigen, welche Möglichkeiten es im Herzo-Garten gibt. Freilich wird auch darüber gesprochen, wie man das Angebot der Inklusion denn gemeinsam ausbauen kann.

Wer dann Appetit gefunden hat, könnte freilich jeden Tag in den Garten gehen, denn der steht den Bürgern ja offen. Wer das gerne in der Gemeinschaft tut, kann sich den Teilnehmern der "Offenen Gartenstunde" anschließen, sie sich jeden Mittwoch um 17 Uhr im Herzo-Garten treffen. Neue Interessenten sind da willkommen, sagte Anna Meißner.

Europäischer Tag

Ute Meindel freut sich sehr auf diesen Weg der Begegnung. Es tut sich schon viel in Sachen Inklusion, vor allem in der Arbeitsgruppe "Freizeit und Kultur". Darin haben sich mehrere Gruppen aus Stadt und Landkreis zusammengefunden. Zum "Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung" gab es im letzten Jahr eine große Aktion auf dem Marktplatz, diesmal wird am 3. Mai ein Inklusiver Spieletag im Generationen-Zentrum veranstaltet, sagt die 46-jährige Leiterin der Offenen Hilfen.