Vestenbergsgreuth — "Hier wird Gemeinschaft gelebt. Hier lernen Menschen mit Menschen umzugehen." Bei der Segnung brachte Pfarrerin Tabea Richter auf den Punkt, was den eigentlichen Wert der neuen Multifunktionshalle ausmacht. Genau das ist auch das Ziel, das Bürgermeister Helmut Lottes und sein Ratsgremium im Auge haben: Ein Gemeindezentrum für junge und alte Menschen zu schaffen, einen Begegnungsort, der über die Marktgemeinde hinaus Menschen zusammen führt.

Möglich wurde die Halle unter anderem durch ein Förderprogramm, für das sich Vestenbergsgreuth mit Dachsbach, Uehlfeld, Gerhardshofen und Münchsteinach in einem Ortsverbund zusammengeschlossen hat.

"Ein großer Tag", eröffnete der stolze Hausherr, Bürgermeister Lottes, die Einweihungsfeier. Da hatten sich in der lichtdurchfluteten Halle neben vielen Mandatsträgern aus der Politik, Bürgermeistern und Kreisräten auch zahlreich die örtlichen Vereine und Bürger der Marktgemeinde versammelt. Für die Halle war es so etwas wie die Feuertaufe, die sie mit Bravour bestand. "Die Akustik ist gut", stellte Lottes fest, nachdem die Vestenbergsgreuther Dorfmusik ihr erstes Stück gespielt hatte. Überhaupt bietet die große Bühne viele Möglichkeiten.

Bürgermeister Lottes warf einen Blick zurück in die Geschichte des Neubaues. Alles begann im Jahr 2012, als die Diskussion um das Schulgebäude entbrannte. Bürger und Gemeinde wollten "die Schule im Dorf lassen". Was bis heute auch gelungen ist, wenn auch nur mit einer "Mini-Schule".

Noch nicht ganz fertig

Aus diesen Anfängen wurde ein Gesamtkonzept, das noch nicht ganz abgeschlossen ist. Denn der letzte Bauabschnitt, das "Haus der Begegnung" und der Hallenvorplatz müssen noch fertiggestellt werden. Am "Schwalbenberg" soll ein Bürgerzentrum entstehen, das vom Kind bis zum alten Menschen allen Einwohnern gerecht wird. Damit wollen die Gemeindeväter dem demografischen Wandel entgegenwirken. "Man muss ich auf dem Land Gedanken machen, wie man damit umgeht", so der Bürgermeister. Vorausschauend will er dafür die Infrastrukturen schaffen und "aus vielen Mosaiksteinen ein Stück Lebensqualität entstehen lassen".

Die Halle allein habe drei Millionen gekostet. Alles in allem werde die Realisierung des Gesamtkonzepts jedoch 6,5 Millionen Euro verschlingen. Darauf werde eine Förderung von 2,5 Millionen erwartet. Jetzt habe Vestenbergsgreuth endlich eine zentrale Versammlungsstätte für bis zu vierhundert Personen und die Vereine eine Möglichkeit, Hallensport zu betreiben, freute sich Lottes. Bereits im Mai wurde die Halle zur Nutzung freigegeben. Sehr viel schneller als gedacht sei sie belegt gewesen. Um dem Sportunterricht und den Gruppensport während des Baus weiterführen zu können, war in der alten Schule ein Klassenzimmer zum Fitnessraum umgebaut worden.

Halle mit "Aufenthaltsqualität"

Landrat Alexander Tritthart gratulierte im Namen aller Gäste aus der Politik zu diesem "wunderbaren Gebäude". Dass dies nicht nur in großen Städten, sondern auch in der ländlichen Region des Landkreises möglich sei, erfülle ihn mit Freude und Stolz. "Nur weil wir starke Wirtschaftsunternehmen haben, können wir solche Investitionen schultern." In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Adolf Wedel, Martin-Bauer-Geschäftsführer und Ehrenbürger von Vestenbergsgreuth, nach den Worten des Bürgermeisters "100 000 Euro mitgebracht hat". Die Halle habe auch an die Planer besondere Herausforderungen gestellt, sagte Architekt Erich Popp. Material und Ausgestaltung sollten über einen reinen Zweckbau hinausgehen. Der Bau sollte - neben dem Sportbereich - auch als Veranstaltungshalle konzipiert werden und damit "Aufenthaltsqualität" haben.