Allerheiligen stellt einen eher besinnlichen Feiertag dar, der meist dem Gedenken der Verstorbenen gewidmet ist. Der Feiertag wird jedoch in Deutschland nur teilweise begangen. In diesem Jahr sorgt Allerheiligen in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland für ein verlängertes Wochenende.

Das Fest geht zurück auf die Weihe des Pantheons in Rom im Jahr 609 oder 610. Papst Gregor IV. setzte für die Feier von Allerheiligen den 1. November fest. Kaiser Ludwig der Fromme schrieb diesen Feiertag für das ganze Frankenreich vor, so dass er sich im Bewusstsein der Bevölkerung verankern konnte.

Die Kirche gedenkt am Fest Allerheiligen nicht nur der vielen bekannten Heiligen. Sie hält an diesem Tage besonders die Erinnerung an die vielen namenlosen Menschen wach, die gleichfalls zu der unzählbaren Schar aus allen Nationen und Sprachen gehören und vor Gottes Thron stehen (Offenbarung des Johannes 7,9).

Nicht umsonst werden bei jeder Taufe eines Neugeborenen die Heiligen angerufen. Diese sind längst bei Gott und tragen unser Gebet mit. Zuerst wird die Muttergottes angerufen, es folgen weitere Heilige, die Namenspatrone des Kindes und die des Gotteshauses. Bisweilen fügen die Anwesenden ihre eigenen Namenspatrone in diese Reihe ein, oder Heilige, die ihnen besonders wichtig sind. Am Schluss steht die umfassende Bitte: "Alle Heiligen Gottes, bittet für uns!" Alle Heiligen Gottes - eine mächtige Gemeinschaft ist das, in die der Täufling eingefügt wird. Ein Bewusstsein der Stärke wird uns dadurch gegeben: Wir sind nicht allein. Die ganze Kirche ist eine einzige betende Gemeinschaft. Besonders am Fest Allerheiligen werden wir daran erinnert.

Der Friedhof an der Erlanger Straße war erst 1827 durch den damaligen Pfarrer Georg Joseph Schleicher eingeweiht worden. Ein eigenes Leichenhaus sollte nach Beschluss des Magistrats vom 9. August 1894 errichtet werden. Der Bau konnte am 5. Dezember 1896 seiner Bestimmung übergeben werden. Das Bauwerk tat rund 60 Jahre seinen Dienst. Die neue Aussegnungshalle wurde 1956 errichtet. Bei einem Umbau im Jahr 1977 wurde die Empore beseitigt und Buntfenster eingebaut. Die kleine Kapelle in der Mitte des Friedhofs entstand auf Initiative des Färbers Friedrich Ma yer im Jahr 1876. Die Bilder des Altars gestaltete Stadtpfarrer Michael Störcher. Die Glocke im Turm der Kapelle begleitet die Verstorbenen auf ihrem letzten Weg.

Gräber werden geschmückt

Viele besuchen an Allerheiligen das Priestergrab, in dem Seelsorger der katholischen Stadtpfarrei von Herzogenaurach bestattet sind: Anselm Baier (1800-1863), Georg Fröhlich (1878-1953), J. Baptist Gagel (1900-1953), Ernst Lang (1885-1960), Franz Moschall (1878-1951), Johann Nagel (1906-1969), Heinrich Pezold (1864-1947), Franz Xaver Schürr (1903-1970), P. Markus Sieber (1901-1958), Hans Sterzl (1925-2011), Michael Störcher (1817-1889), Alfred Will (1926-2008), Konrad Wegner (1935-2005) und Erhard Nüßlein (1938-2013). Joachim Kauer, der Pfarrer von St. Otto, ist in einem eigenen Priestergrab bestattet.

Für viele Herzogenauracher Bürger ist der Friedhofgang untrennbar mit diesem Tag verbunden. Zuvor mussten aus diesem Anlass die Gräber "gerichtet" werden. Jeder versucht, mit einem besonders schmucken Grab diesen Feiertag zu begehen. An Allerheiligen wird um 14 Uhr ein Friedhofsgang auf dem Alten Friedhof und dem Neuen Friedhof mit den Geistlichen der katholischen Pfarreien von Herzogenaurach durchgeführt.

Beim Friedhofsgang werden das Priestergrab, das Schwesterngrab und die Gräber wichtiger verstorbener Herzogenauracher besucht. Damit soll auch die Erinnerung an die Verstorbenen wachgehalten werden. Der Friedhofsgang mit einer Andacht wird in Niederndorf um 15.30 Uhr abgehalten.

Mit einem derartigen Tag sind natürlich auch Wetterregeln verknüpft, wie beispielsweise diese: "Bringt Allerheiligen (1.11.) einen Winter, bringt Martini (11.11.) einen Sommer."