Karl-Heinz Hofmann Kronach — In der Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer durften die Zuhörer am Freitag einen einzigartigen Hörgenuss lauschen. Fünf Solisten von nationalem und internationalem Bekanntheitsgrad faszinierten ihr Publikum mit einfühlsamen wohltuenden Klängen von Bach bis Bernstein. Ihre Musik von Barock bis Modern ging unter die Haut.

Richard Carson Steuart, Organisator und zugleich Moderator führte mit einer persönlichen, melancholisch stimmenden Erklärung in die Hintergründe zu dem Muttertags-Galakonzert ein. 2005 habe er die Muttertagskonzerte ins Leben gerufen, im Gedenken an seinen 2003 verstorbenen Vater und seiner im Jahr 2005 verstorbenen Mutter. Das Konzert soll ein Ausdruck dessen sein, was er vor über 50 Jahren als Kind in Kanada von seinen Eltern gelernt habe. So habe man katholisch und nach den Regeln der zehn Gebote gelebt. Steuart: "Jede Gesellschaft braucht ihre Regeln, denn ohne sie ist ein friedliches zwischenmenschliches Zusammenleben nicht möglich."

Das katholische "Grundgesetz" bildeten die zehn Gebote, die Moses einst auf dem Berg Sinai empfangen hat. Die zehn Gebote enthielten eine Liste religiöser und ethischer Regeln, die im Judentum und im Christentum eine grundlegende Bedeutung haben und bis heute gültig sind. In diesem Sinne wollten er und seine Solistenkollegen ihr Publikum mit auf eine klangvolle Einstimmung zum Muttertag hinführen, die Besucher mögen es als Familienkonzert erleben und von ihrem Alltag abschalten.

Nach dieser geradezu philosophisch klingenden und nachdenklich stimmenden Einführung stellte Steuart sich selbst und seine mitwirkenden Künstlerpersönlichkeiten vor. Der Kanadier Richard Carson Steuart ist über 50 Jahre ein international gefeierter Trompetensolist. Der Gewinn des Internationalen ARD-Musikwettbewerbs, des Concours L' Exécution de Musique Geneve in Genf, sowie des BBW-Sonderpreises bei der Neue-Musik-Biennale München bestätigen seine Vielfalt und Güte als Solotrompeter von Welt-Niveau. Steuart war schon als Zwanzigjähriger mit namhaften Preisen ausgezeichnet.

Nach privaten Studien in Philadelphia, Chicago und New York kam er nach Europa, um seine Masterstudien abzuschließen. 1978 wurde er Solotrompeter der Deutschen Oper und anschließend zum Solotrompeter der Bamberger Symphoniker berufen. 2003 wurde er zum Präsidenten der European Trumpet Guilde gewählt. Mit der expliziten Unterstützung des Bayerischen Kultusministeriums erhielt er eine Dozentur am Konservatorium/Hochschule für Musik in Würzburg, wo er heute noch lebt.

Gerne erinnert er sich hier in Kronach an die Zeit zurück, als Karl-Heinz Neubauer aus Buchbach bei ihm zum Trompetenstudium war, und freute sich zugleich, am Konzertabend einen weiteren Schüler aus dem Frankenwald, Holger Mück aus Buchbach, als mitwirkenden Solotrompeter, begrüßen zu können. Mück war Trompeter und Flügelhornist beim Luftwaffen Musikkorps 1 in München/Neubiberg. Er gründete das nach ihm benannte Orchester Holger Mück, dessen Leiter er ist. Beide spielten im Altarraum ein Duett mit Flügelhorn und Trompete in drei Sätzen, teils begleitet von Daniel Delgado an der E-Orgel. Als weitere Mitwirkende begeisterten der Brasilianer Mauricio Mendes mit Gitarre und Gesang mit einem Bossa Nova, und Professor Sebastian Chmel begleitete an der Orgel Holger Mück, der mit dem Flügelhorn die Romanze in C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart intonierte.

Die Wenigen, die dem Konzert mit Andacht lauschten, werden es mit Begeisterung aber auch mit Genugtuung weitererzählen, was diejenigen versäumt haben, die das Gala-Konzert nicht besucht haben. Schade, wenn man sich ein so hochrangig besetztes Konzert entgehen lässt. Es war vor allem den Kontakten von Holger Mück zum Arrangeur und Organisator Richard Carson Steuart zu verdanken, ein so qualitativ ausgezeichnetes Solistenensemble nach Kronach zu gewinnen.