In die unbekannte "Unterwelt" von Prügel führte eine Exkursion der Bezirksgruppe Burgkunstadt/Altenkunstadt des Colloquium Historicum Wirsbergense. Bernhard Häck vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege stellte den etwa 90 Geschichtsfreunden die neuesten Forschungsergebnisse über die alten Stollen vor.
Die Leiterin der CHW-Bezirksgruppe, Jutta J. Löbling, verwies eingangs darauf, dass es durchaus Überlegungen gegeben habe, die Keller in Prügel zu verfüllen. Sie sei froh, dass man eine Lösung gefunden habe, sie für die Nachwelt zu erhalten.
Laut Häck wurden in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Altenkunstadt zwei wichtige Ziele erreicht. Zum einen konnte die Sicherheit der Menschen gewährleistet werden, zum anderen seien bei der Sicherung der Kelleranlagen auch die Anliegen des Denkmalschutzes berücksichtigt worden.


Sand abgebaut

Die Kellern in Prügel seien vermutlich im Hoch- und Spätmittelalter weiter ausgeschlagen worden, sogar Sand sei abgebaut worden, erläuterte der Fachmann. Entlang der alten Handelsstraßen habe es eine Vielzahl von Stollen- und Kelleranlagen gegeben. Sie hätten oft sogar Ortschaften miteinander verbunden. Eine der größten Straßen habe von Altenkunstadt aus nach Süden geführt. Weitere derartige Anlagen seien in Marktzeuln und Redwitz nachweisbar. Dort konnten in den letzten Jahren neue Erkenntnisse über die frühere Siedlungsentwicklung gewonnen werden.
Bernhard Häck erinnerte daran, dass die unter der Ortsdurchfahrt von Prügel liegende Anlage komplett verfüllt werden sollte. Nach einer intensiven Begutachtung seien die Stollen und Keller aber saniert und gesichert worden. Unter anderem seien Strahlträger mit Querstützen eingezogen und Markierungen für eine Monitoring eingebaut worden.


Einst Waren gelagert

Die Lage entlang der Ortsdurchfahrt beweist laut Experten, dass in Prügel einst auch Waren kurz- oder längerfristig eingelagert wurden, um sie über den alten Handelsweg relativ schnell weiterleiten zu können.
Nach diesen fachlich und geschichtlich fundierten Worten von Bernhard Häck wurde es spannend. Ausgestattet mit Lampen, durften die Teilnehmer die Kelleranlagen von Prügel erkunden. Sehr aufschlussreich zeigte Häck dabei auch die unterschiedlichen Gesteinsschichten.
Diesem Gang durch die "Unterwelt" von Prügel, der außergewöhnliche Eindrücke und Empfindungen vermittelte, schloss sich ein gemütliches Beisammensein im örtlichen Kulturstadel an, wo der Archäologe und Geologe auch die Fragen zu den Kellern und Stollen gerne beantwortete.
Jutta Löbling dankte dem Referenten herzlich, ebenso allen Geschichtsfreunden für ihr Interesse.