Manfred Mellenthin "Unsere Schüler haben ihre betriebliche Lernaufgabe mit viel Engagement und Durchhaltevermögen bewältigt und sich der Herausforderung gestellt. Die guten Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen", lautete das zufriedene Fazit von Freifrau Ulrike von und zu der Tann, Schulleiterin der Freiherr-von-Lutz-Mittelschule in Münnerstadt, nach der Vorstellung der "betrieblichen Lernaufgabe" durch die Schüler der beiden 8. Klassen.

Diese Präsentation der "betrieblichen Lernaufgabe" ist Bestandteil des Praktikumsmodells "kontinuierlicher Praxistag", das die Schülerinnen und Schüler nach dem Halbjahreszeugnis bis Juli absolviert haben. Es begann mit einer Einführungswoche und ging danach in einen kontinuierlichen Praxistag einmal wöchentlich in einem Betrieb über. Dabei hatten die Schüler eine "betriebliche Lernaufgabe" auszuwählen und auszuarbeiten.

Vorteil dieses vom Landkreis Bad Kissingen und der Agentur für Arbeit unterstützten Praktikumsmodells ist sicher, dass die Schüler fünf Monate lang in einen Betrieb gehen und unterschiedliche Projekte und Aufgaben kennenlernen. Umgekehrt lernt der Betrieb den Praktikanten kennen und kann sich von seinen Fähigkeiten überzeugen. Rektorin Freifrau von und zu der Tann hob hervor, dass es bei den gewählten Praktika nicht nur um die Wahl des zukünftigen Berufs gehe, sondern auch um Erlangung von unverzichtbaren Sekundärtugenden wie Höflichkeit den Kunden gegenüber, Pünktlichkeit, Teamfähigkeit und Verlässlichkeit. Sie wertete die Möglichkeit, an der Nahtstelle "Schule - Beruf" Kompetenzen zu erwerben als absolutes Erfolgsmodell, das im Jahr 2008 auf Initiative des Arbeitskreises "Schule - Wirtschaft" im Landkreis Bad Kissingen eingeführt worden war.

Gute Ergebnisse

Auch Edgar Thomas, 2. Bürgermeister der Gemeinde Nüdlingen und als Vertreter des Schulverbandes Münnerstadt/Nüdlingen vor Ort, betonte die Wichtigkeit dieses Praktikumsmodells. "Natürlich sind gute Noten wichtig. Aber bei der praktischen Arbeit im Betrieb oder beim Kunden zeigen sich oft Talente, die man nach einem Blick auf das Zeugnis nicht vermutet hätte und geben den Ausschlag für eine Ausbildungsstelle", sah Thomas nur Vorteile.

"Ich bin immer wieder überrascht, welche teilweise sehr guten Ergebnissen bei den Schülerpräsentationen herauskommen, die ja zum ersten Mal in die reale Arbeitswelt hineinschnuppern", freute sich Klassenlehrerin Petra Georg (8 a) auch im Namen ihrer Kollegin Natalja Müller, die die Klasse 8 b führt. In der engen Kooperation zwischen Schule, einem möglichen Ausbildungsberuf und vor allem der vorbildlichen Unterstützung der Eltern als wichtige Förderer und Unterstützer im individuellen Berufsfindungsprozess sowie den unverzichtbaren Hilfen der Agentur für Arbeit und der Gesellschaft für berufliche Förderung (GbF) sahen die Klassenlehrerinnen die Grundlage des Erfolgs. Georg wies auf die positiven Seiten des Praktikums für die Schüler wie gutes Arbeitsklima, interessante Aufgaben und Lob für gute Arbeit hin, nannte aber auch die Seiten, an die man sich gewöhnen muss, wie langes Stehen, unangenehme Gerüche, körperliche Erschöpfung und der Umgang mit Kritik.

Eine engagierte und erfolgreiche Arbeit bescheinigte Freifrau Ulrike von und zu der Tann den beiden Klassenlehrerinnen, Sozialpädagogin Birgit Seufert und Berufseinstiegsbetreuerin Anna-Lena Baldauf von der GbF, Tanja Sauermann (Agentur für Arbeit), die eng miteinander arbeiten. Unverzichtbar sind natürlich die Praktikanten und die Unterstützung der Eltern.

Vor "vollem Haus" präsentierte dann Ben Seifert, der als "Fachinformatiker für Systemintegration" bei "Bitfire" in Bad Kissingen "schnupperte" seine betriebliche Lernaufgabe. Er stellte das Innenleben eines PC's vor und erläuterte fachkundig Sinn und Zweck der Komponenten. Im ganzen Schulhaus zeigten anschließend die Schüler ihre gewählte Lernaufgabe und stellten umfassend ihre Berufe mit Blick auf Ausbildung, Arbeitsplatz, Verdienst und Möglichkeiten der Fortbildung vor. Interessant war auch das jeweilige Fazit der Achtklässler, wo einige ihren Traumberuf glaubten gefunden zu haben, andere noch weiter auf der Suche sind.