von unserer Mitarbeiterin Evi Seeger

Fetzelhofen — Den radikalen Baumschnitt an einer alten Eiche in Fetzelhofen wollte Hermann Popp (SPD/Wählergemeinschaft Lonnerstadt) geklärt haben. Der Gemeinderat aus Fetzelhofen hatte per Antrag Aufklärung über die Beauftragung und Durchführung der Arbeiten gefordert. Sein Beitrag in der Sitzung vermittelte allerdings den Eindruck einer Abrechnung mit dem Bürgermeister.
Vor "vollem Haus", denn mehr Zuhörer hätte der Sitzungssaal nicht mehr aufnehmen können, ließ Popp hören, dass er sich von Stefan Himpel (Freie Wähler) "verarscht" fühle, und das nicht zum ersten Mal. Daran änderte auch nichts, dass Bürgermeister Himpel bedauerte, wie die Sache gelaufen ist. Popp hielt Himpel vor, "hintenrum" zu handeln, so als ob es die beiden Gemeinderäte aus Fetzelhofen gar nicht gebe.

Popp ist unversöhnlich

"Der Baum ist für uns eine ganz wichtige Geschichte. Das ist unverzeihlich", wetterte Popp in der Folge. Seiner Meinung nach war an dem Baum kaum etwas krank. Seine Arbeit im Krankenhaus nahm Popp für einen Vergleich: "Wenn einer was am Fuß hat, schneiden wir ihm ja auch nicht den Kopf ab!" Am Ende erklärte er noch Johannes Marabini (Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt) zum "Hauptverursacher".
Er sei froh, dass während der Zeit der Absperrung nichts passiert sei, betonte Bürgermeister Himpel. Trotz Absperrung sei dort gespielt worden. Er allein habe die Verantwortung für die Verkehrssicherheit und er allein sei haftbar, wäre etwas passiert. Der Baum sei vom Bauhof beanstandet und vom Landratsamt abgesperrt worden. Das Gutachten sei vom Bauhof in Auftrag gegeben worden, weil man eine Gefahrensituation erkannt habe. Im Gutachten sei "ein dringender Pflegeschnitt" angeraten worden.
Im Rat habe man entschieden, dass nichts gemacht werden soll, was dem Baum schade. Eine zweite Meinung, die des Försters, sei eingeholt worden. Er habe empfohlen, die Äste zu prüfen, Totholz auszuschneiden und einen kleinen Entlastungsschnitt vorzunehmen. Er habe das und das Gutachten an den Bauhof weitergegeben. "Ich war in einer Zwickmühle", sagte Himpel. "In dieser Situation nichts zu machen, wäre für mich fatal gewesen." Dass es zu diesem Missverständnis kam, sei nicht seine Absicht gewesen. Er bedauere, wie die Angelegenheit gelaufen sei.