Im Mittelpunkt der Jahresabschlusssitzung des Marktgemeinderats Heiligenstadt, die von der Kreismusikschule Bamberg musikalisch umrahmt wurde, stand ein ausführlicher Bericht von Bürgermeister Helmut Krämer (CSU/Einigkeit) und die Verleihung des Ehrenwappens an Dieter Zöberlein und den Zweiten Bürgermeister Johannes Göller (SPD).

2019 sind laut Krämer weitreichende Entscheidungen in vielen Bereichen getroffen worden. Mit der Gründung der Breitband-GmbH habe Heiligenstadt Neuland betreten, um als eine der ersten Gemeinden beim Anschluss an die Datenautobahn dabei zu sein. "Das Thema Breitbandversorgung war nach den europaweiten Ausschreibungen der Schwerpunkt unserer Arbeit", sagte Krämer.

Zwischenzeitlich wurden die Breitbandrohre in Siegritz, Leidingshof und Veilbronn verlegt und die Verbindungsstrecke zwischen den Ortschaften und zur zentralen Stelle an der Kläranlage größtenteils abgeschlossen.

Großes Thema war auch die Erschließung von Bauplätzen in den Baugebieten Gründlein und Teuchatz. Mit 19 Baugenehmigungen für Wohnhäuser hat sich die Anzahl gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt. Aufgrund der regen Bauplatznachfrage wird die Erschließung des Baugebietes "Teich" 2020 in Oberngrub begonnen. Um auch in Zukunft Bauland zur Verfügung stellen zu können, wurde eine größere Fläche Bauerwartungsland im westlichen Teil von Heiligenstadt erworben.

Rechtzeitig vor dem Winter konnten die Straßenbaumaßnahmen Heiligenstadt-Kalteneggolsfeld, Ortsdurchfahrt Tiefenpölz, Anliegerweg Traindorf sowie die Kanalverlegung in der Raiffeisenstraße in Heiligenstadt abgeschlossen werden.

In die Abwasserbeseitigung mit der Verbesserung der Wasserversorgung und Verlegung der Breitbandkabel wurden in Oberleinleiter bisher 3,98 Millionen Euro investiert. In Tiefenpölz wurden 2,09 Millionen Euro ausgegeben.

Weitere Maßnahmen waren die Dorferneuerung Oberngrub, die Gestaltung der Vorfläche an der Grundschule, Umbau des Rathauses mit behindertengerechtem Zugang, neue Heizungsanlage im Bauhof und Sanierung des Feuerwehrgerätehauses Tiefenpölz. Die Steuerkraft hat sich von 571 auf 633 Euro pro Einwohner erhöht. Die Gewerbesteuereinnahmen belaufen sich auf rund 644 000 Euro. Um 115 000 hat sich der Einkommenssteueranteil auf 1 895 730 Euro erhöht. Aufgrund der riesigen Investitionen habe sich der Schuldenstand von 4,1 auf 8,0 Millionen Euro fast verdoppelt.

Am Schluss seines Berichtes ging Krämer auf die Kommunalwahlen am 15. März 2020 ein. Nach dem Ausscheiden von voraussichtlich sieben Marktgemeinderäten werde es einen Generationswechsel im Gemeinderat geben.

Höhepunkt der letzten Sitzung 2019 war die Verleihung des Ehrenwappens an den Heimatgeschichtsforscher und Gemeindechronisten Dieter Zöberlein, Burggrub. Seit über 35 Jahre befasst er sich intensiv mit der Geschichte von Heiligenstadt und der Fränkischen Schweiz. Er zeichnet für die 484-seitige Chronik der Marktgemeinde verantwortlich. Er hat außerdem die Geschichte der fränkischen Adelsfamilie von Streitberg aufgearbeitet und verschieden Bücher und Publikationen verfasst. "Zöberlein ist mit den früheren und heutigen Lebensverhältnissen auf dem Land bestens vertraut", so der Bürgermeister. Er liefere ständig Berichte über geschichtliche Ereignisse für das Gemeindemitteilungsblatt. Krämer bedankte sich für das große Engagement und überreichte ihm das Ehrenwappen.

Das zweite Ehrenwappen wurde an Johannes Göller, Heiligenstadt, verliehen. Er engagiert sich seit 1996 im kommunalpolitischen Bereich und war von 2002 bis 2014 Dritter Bürgermeister. Seit 2014 ist er Zweiter Bürgermeister. Krämer würdigte die Leistungen seines Stellvertreters, dem die städtebauliche Entwicklung, Bauleitplanung, Tourismus und die ehrenamtliche Vereinsarbeit sehr wichtig seien. Er scheue keine Diskussion an den Stammtischen und vertrete die Gemeinde nach außen und innen sehr gut. Göller ist seit 1986 Tennis-Abteilungsleiter des SC Markt Heiligenstadt und im Vorstand des Hauptvereins aktiv. Zudem ist er als Theaterspieler beim Fränkische-Schweiz-Verein und seit 22 Jahre als Heiligenstadter Nikolaus bekannt. red