"Das würde mir auch gefallen: den ganzen Tag hin- und herfahren." "Das ist ja Entschleunigung pur!" Kommentare wie diese bekommen die Frauen und Männer oft zu hören, die an Bord der Fähre zwischen Mühlwörth und Leinritt/Concordia arbeiten. Manche beneiden sie um diesen Job, der genau genommen ein Ehrenamt ist, für den das Don-Bosco-Jugendwerk auch immer neue Mitstreiter sucht.

Die siebte Saison der "Chance Jugend"-Fähre beginnt heuer voraussichtlich erst kurz vor Ostern. Aus technischen Gründen sei ein Betriebsbeginn zum 1. April diesmal leider nicht möglich, bedauert Projektleiter Felix Ströhlein. Im Interview beantwortet er Fragen zu dem besonderen Ehrenamt auf dem linken Regnitzarm.

Welche Voraussetzungen muss erfüllen, wer auf der Fähre mitarbeiten möchte?

Felix Ströhlein: Es werden keine besonderen Fähigkeiten erwartet. Im Prinzip können alle ab 18 Jahren mitmachen, die ab und zu zwei Stunden Zeit haben. Man muss kein "Hochseekapitän" sein!

Ist der Umgang mit der Fähre recht schwierig?

Nein, gar nicht. Für alle, nicht nur Anfänger, gibt es immer wieder theoretische und praktische Einweisungen zu allem, was wichtig ist. Da wird dann zum Beispiel auch grob erklärt, wie die Fähre konstruiert ist.

Wie oft muss man Dienst machen?

Jede und jeder kann seine Zeit frei einteilen. Eine Schicht dauert zwei Stunden, gefahren wird täglich außer montags. Es gibt einen Dienstplan im Internet, auf den alle Fährleute Zugriff haben und in den man sich einträgt. Manche suchen sich auf Wochen voraus ihre Wunschtermine aus, andere schauen nach Lücken im Dienstplan und füllen sie kurzfristig. Das funktioniert wunderbar!

Welche Aufgaben haben die Ehrenamtlichen?

Morgens muss die Fähre am Leinritt gerüstet und flott gemacht werden. Abends erfolgt das Prozedere umgekehrt. Das ist mit ein bisschen Routine kein Problem. Tagsüber pendelt die Fähre nach Bedarf von einem Ufer zum anderen. Wir befördern die Fahrgäste, machen auf Wunsch Erinnerungsfotos von ihnen, oft muss man Fragen zum technischen Prinzip der Fähre beantworten und touristische Auskünfte geben. Nicht zuletzt sollen die Ehrenamtlichen ein offenes Ohr haben für die Jugendlichen aus unserem Projekt "Zahltag".

Erläutern Sie das bitte näher?

Die Fähre trägt den ungewöhnlichen Namen "Chance Jugend" deshalb, weil sie ein Einsatzort für Jugendliche und junge Erwachsene ist, die ihren Platz in der Gesellschaft noch nicht gefunden haben. Für sie hat das Don-Bosco-Jugendwerk vor Jahren das Projekt "Zahltag" ins Leben gerufen. Unsere Jugendlichen haben alle eine schwierige Biografie, manche sind mittellos. "Zahltag" bietet ihnen unterschiedliche Beschäftigungsmöglichkeiten nach dem Tagelöhner-Prinzip: Das Geld gibt es nach getaner Arbeit quasi auf die Hand.

Auf der Fähre bilden Ehrenamtliche und Jugendliche ein Tandem, das sich die Aufgaben teilt. Vom Miteinander und den Gesprächen, die entstehen können, sollen unsere Jugendlichen positive Impulse mitnehmen.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich auf der Fähre mitarbeiten möchte?

Als Projektleiter bin ich der richtige Ansprechpartner. Am besten erreicht man mich per E-Mail unter felix.stroehlein@donboscobamberg.de und unter Telefon 0176/19657046. Das Gespräch führte Jutta Behr-Groh.