Es sollte die Kür einer umfassenden und kostenintensiven Renovierung sein: Nach siebenmonatiger Dach-, Glockenstuhl- und Geläutrenovierung machten sich die Restauratoren daran, einen Deckenbalken in "Sankt Vitus" auf dem Ansberg zu sanieren. Doch der vermeintliche einfache Wasserschaden im Gebälk oberhalb des Hauptportals war keiner. Die Hiobsbotschaft: Der Echte Hausschwamm hatte schon mächtig gewütet. Diagnose: akuter Handlungsbedarf.
"Ich konnte mir unter dem Hausschwamm erst gar nichts vorstellen. Ich hoffte zu diesem Zeitpunkt noch, es sei nicht so schlimm", erinnert sich Mesner Stefan Batz. Die Fachleute und eine eigene Internetrecherche aber öffneten ihm die Augen: Mit dem Echten Hausschwamm ist nicht zu spaßen. Und ihn zu bekämpfen, wird im Normalfall richtig teuer.


Ausmaß nicht absehbar

150 000 Euro hatte die kleine Kirchenstiftung bislang schon in die Sanierung ihres barocken Kleinods gesteckt. Nun dürften, nach vorsichtigen Schätzungen weitere 40 000 Euro dazukommen. "Der Echte Hausschwamm ist ein holzzerstörender Pilz", erklärt Zimmerermeister Michel Bormann von einer Wonseeser Fachfirma. "Wir vermuten den Fruchtkörper im Bereich der Traufe. Und wie eine Spinne ihre Arme ausstreckt, hat er mittlerweile seine Mycelien in der Bohlendecke ausgebreitet. Erst, wenn wir die Decke aufmachen, sehen wir das ganze Ausmaß." Schon jetzt ist klar, dass der Pilz ganz Arbeit geliefert hat: Es gibt etliche schadhafte Stellen. "Und wenn man nicht bald handelt, wird er sich immer weiter ausbreiten. Dann werden die Schäden immer schlimmer." Die Balken, die der Echte Hausschwamm zersetzt, stammen wohl aus dem Jahr 1716, wurden mit dem Beil behauen und nicht im Sägewerk geschnitten. Ein Glück, dass die Baumeister es im 18. Jahrhundert gut meinten und mehr als genug Balken in die Blockbohlendecke einzogen. Einsturzgefahr besteht keine. mad