Tobias Kindermann

Nicht nur der Bund Naturschutz wird gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichtes Bayreuth zur Kellbachgrundanbindung vorgehen, auch die Gemeinde Ebensfeld leitet nun rechtliche Schritte ein.
Im Januar hatte das Gericht die Klagen von BN und der Gemeinde Ebensfeld gegen den Planfeststellungsbeschluss für die Anbindung des Kellbachgrunds an die A 73 abgewiesen. Warum? Im Falle des BN hatte das Gericht geurteilt, dass die Naturschützer mit allgemeiner Kritik an der Auslegung des Projektes (Eingriff stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen) nicht klageberechtigt seien.
Die Gemeinde Ebensfeld wollte etwas anderes erreichen. Die S-Kurve der bestehenden Straße von Ebensfeld Richtung Prächting könnte im Zuge des Neubaus der Anbindung begradigt werden. Die Flächen dafür besitzt die Gemeinde schon, im Rahmen einer Flurbereinigung in den 60er-Jahren wurde hier schon vorgearbeitet. Doch ausgerechnet dieser Grund soll nun als Ausgleichsmaßnahme für den Bau der Anbindung herangezogen werden, da er in öffentlichem Besitz ist.


Erfolgreiche Suche

Doch was kann die Gemeinde tun? Der von ihr beauftragte Anwalt riet, sich auf die Suche nach Unterlagen zu machen, die diese Pläne bestätigen. Dann könnte könnte man vielleicht doch darauf pochen, diese Flächen für eine Entschärfung der Straße herannehmen. Es ist ein Streifen, der von der ersten Kurve aus geradeaus verläuft und einige hundert Meter vor Prächting wieder auf die bestehende Straße führt.
In einem alten Schriftstück zum Flurbereinigungsverfahren, das im Staatsarchiv Bamberg lagert, wurde die Gemeinde tatsächlich fündig. Ob das vor Gericht trägt? "Wir wollen uns diese Option für die Zukunft einfach offen halten", sagt Bürgermeister Bernhard Storath (CSU). Konkrete Planungen für eine Straßenänderung gibt es noch nicht. Nun hat die Gemeinde gestern, einen Tag vor Fristablauf - so heißt es juristisch - einen Antrag auf Zulassung der Revision beim Verwaltungsgerichtshof in München gestellt.