Der Diakonieverein Thurnau-Hutschdorf ist weiter auf Expansionskurs. Im nächsten Jahr werden die Gehälter erstmals die Millionengrenze überschreiten, kündigte Kassierer Norbert Lawatsch an und hofft auf einen Gewinn von über 80 000 Euro im nächsten Jahr. Das Jahr 2018 ist von der Einweihung der Tagespflegeeinrichtung geprägt.

Mit normaler Vereinsarbeit haben die Zahlen, die die Diakonie Thurnau-Hutschdorf bei ihrer Mitgliederversammlung der Öffentlichkeit vorlegten, nichts mehr gemein. Denn die Aufgabenbreite ist immens, auch die Leistungen können sich sehen lassen. Im Jahr 2017 haben die Mitarbeiter der Sozialstation 140 000 Hausbesuche getätigt, das entspricht durchschnittlich 115 Besuchen am Tag. Sie haben dabei mit neun Autos mehr als 140 000 Kilometer zurückgelegt. Der größte Anteil entfiel auf die Pflegeleistungen.

Im Bereich Behandlungspflegeleistungen, die von der Krankenkasse bezahlt werden, wurden 33 000 Einzelleistungen erbracht. Hinzu kommen 3000 Stunden Verhinderungspflege, 3000 Stunden Betreuungsleistungen und 178 Beratungseinsätze. Gemanagt wurde dieser immense Aufwand von insgesamt 24 hauptamtlichen Kräften. Aber auch die ehrenamtlichen Helfer hatten einen erheblichen Anteil daran, dass diese vielfältigen Aufgaben gemeistert werden konnten.

Ein Meilenstein in der Geschichte der Diakonie war die Einweihung der Tagespflegeeinrichtung im Juni 2018. In der ersten Woche kamen neun Gäste an fünf Wochentagen. Im Juli stieg die Zahl bereits auf 220 Belegtage. Aktuell hat die Tagespflege bereits 300 Belegtage. "Wir können lediglich noch an vier Tagen je zwei Gäste aufnehmen", erklärte die Leiterin Irmgard Hoffmann.

Svetlana Kovalov übernahm die Stationsleitung der Sozialstation. "Aller Anfang ist schwer. Das habe ich zu spüren bekommen", sagte die neue Leiterin. In diesem Jahr konnten vier neue Pflegekräfte gewonnen werden. Auch der hauswirtschaftliche Bereich wurde erweitert. Ein echtes Problem sieht Svetlana Kovalov im immer weiter steigenden Bedarf für Hilfe im Haushalt. "Wenn es so weitergeht, könnten wir irgendwann aus unserer Sozialstation eine Reinigunsfirma machen", sagt sie. Doch dies sei nicht Sinn der Sache. Deshalb werde Haushaltshilfe nur in Kombination mit häuslicher Pflege angeboten. Derzeit beschäftigt die Sozialstation 19 Pflegefachkräfte, drei Pflegehilfskräfte und betreut 126 Patienten. Weitere 51 Patienten werden beraten.

Im letzten dreiviertel Jahr wurden 30 036 Hausbesuche getätigt. Die Behandlungsleistungen haben sich minimiert, doch die Pflegeleistungen steigen im Vergleich zum Vorjahr um das Dreifache an.

Kassier Norbert Lawatsch berichtete von einem Rekordjahr. Aktuell hat die Diakonie Thurnau-Hutschdorf 42 Beschäftigte. Die Umsatzerlöse im Jahr 2017 betrugen 944 000 Euro. Die Bilanzsumme lag bei 1,179 Millionen Euro. Insgesamt konnte ein Gewinn von 45 913 Euro erwirtschaftet werden. "Wir hatten auch ein gutes Spendenaufkommen. Ein Spender hat 10 000 Euro gegeben", so Lawatsch.

Der Haushalt 2018 ist durch den Neubau der Tagespflege geprägt. Die Jarosch-Stiftung hat 1,75 Millionen Euro für das Gebäude investiert. Die Diakonie musste nur für die Inneneinrichtung sorgen. Kosten: 300 000 Euro. Die Deutsche Fernsehhilfe hat 55 000 Euro beigesteuert. Besonders gelungen, so Lawatsch, ist die Therapieküche. Die Gäste der Tagespflege können auch im Sitzen kochen.