Das intensivste christliche Wochenende im Jahr liegt vor uns. Gesetzt den Fall, wir versuchen nachzuvollziehen, woran da erinnert wird:
Ein junger Mann, der sich selbst "Menschensohn" nennt, der drei Jahre lang Menschen im ganzen Land durch seine Botschaft angezogen hat wie ein Magnet, der den herrschenden Klassen langsam zu gefährlich wird, geht direkt in die Höhle des Löwen, in die Hauptstadt Jerusalem.
Er weiß, dass dort seine Mörder warten. Gewalt liegt in der Luft. Seine Freunde haben Angst, ihr Meister bestätigt ihre düstere Vorahnung offen.
Und dann: Aufrecht und allein geht er seinen Mördern entgegen. Gewaltsame Hilfe verbittet er sich. Beim Verhör bleibt er sachlich, obwohl alle wissen: Dieser Prozess ist völlig unrechtmäßig.
2000 Jahre später in Deutschland würde vielleicht Folgendes passieren: Gruppen friedlicher Demonstranten formierten sich. Kerzen würden angezündet und Friedenslieder gesungen. Petitionen von Menschenrechtsorganisationen unterschrieben und unsaubere Rechtssprechung angeprangert. Seilschaften würden von der Presse aufgedeckt und Politiker Entschuldigungen aussprechen. Diplomatische Beziehungen würden aus Solidarität abgebrochen und nach der Freilassung unter großem Medienrummel ein Fest der Gerechtigkeit gefeiert.
Zurück nach Jerusalem: Jesus geht dem Tod entgegen, er verherrlicht sein Leid nicht, sondern geht durch das Leid hindurch. Er stirbt. Er bleibt aber nicht tot, sondern wird leben. Bis zur äußersten Konsequenz musste es kommen, damit wir ein für alle Mal Gottes Macht kapieren.
Die Botschaft: Durchbrecht die Teufelskreise der Gewalt. Wenn auch das Mühen um Gerechtigkeit ein Tropfen auf den heißen Stein zu sein scheint- Friede und Gerechtigkeit werden siegen!