Philatelisten, Sammler und Interessierte bevölkerten am Sonntag bei der Sammler- und Händlerbörse die Peter-J.-Moll-Halle. Rund 250 Besucher stö-erten in den Alben, begutachteten historische Postkarten und warfen ihr begehrliches Auge auf wertvolle Münzsammlungen.

Der Vorsitzende des Lichtenfelser Briefmarkensammlervereins, Matthias Müller, hatte mit seinem Team drei "Jubiläen" zum Thema gemacht: 100 Jahre Erster Weltkrieg, 70 Jahre Währungsreform und 28 Jahre Grenzöffnung. Zahlreiche Sammler und Händler aus Franken, Thüringen und Hessen hatten sich angemeldet. Das Angebot an philatelistischen Belegen, Bierkrügen und Bierfilzen war groß. Für die Interessenten boten sich viele Möglichkeiten, Lücken in ihrer Sammlung zu schließen. Aber auch für diejenigen, die noch ein Geschenk für Weihnachten suchten, bestand die Möglichkeit, Sammlerzubehör, wie zum Beispiel, Briefmarken-Alben zu erwerben.

Staub lag in der Luft, als die großen Alben mit alten Postkarten aufgeschlagen wurden. Viel Geld ist aber nicht zu machen mit Postkarten oder Briefmarken, so einer der ergrauten Sammler der gezackten Bildchen. Die Sammelleidenschaft stehe im Vordergrund.

Australien im Blick

"Bei den Münzern geht mehr über den Tisch", meinte sein Tischnachbar. Das liege aber nur daran, dass der Materialwert bei den Münzen eine Rolle spiele. Stefan Heck aus Klosterlangheim hat seit 25 Jahren seine Liebe zu Australien entdeckt. Obwohl die meisten Sammler Deutschland im Blick haben, hoffte der 57-Jährige auf einen Zufallstreffer.

Ein ganzes Regal mit Marken füllt das Wohnzimmer von Jürgen Macheleid in Lichtenfels. Seit 50 Jahren trägt er alles aus Deutschland, von der Kaiserzeit bis heute, zusammen. Begonnen habe er gemeinsam mit den Schulkameraden. "Das war damals so üblich", erinnerte er sich.

Bernd Schneider aus Rödental sammelt seit 60 Jahren Ansichtskarten aus dem Landkreis Coburg. Bei der Grenzöffnung habe er alles von "drüben" aufgekauft. Neuerdings fügt der 73-Jährige auch das Deutsche Reich in seine Sammlung mit ein.

Spezialisiert hat sich Ottmar Hoffmann aus Helmbrechts auf Ansichtskarten seiner Heimatstadt. "Rund 10 000 schlummern in den Alben", sagte er. Das sei aber nicht viel. Sein Freund habe sogar 100 000 zusammengebracht. Der 71-Jährige tauscht und kauft alte Alben, hin und wieder macht er 1000 Euro dafür locker. Der 40-jährige Volker Pabst aus Hammelburg hat erst seit einigen Jahren mit dem Sammeln begonnen, sein Spezialgebiet: das Osmanische Reich.

Ein weiterer Höhepunkt war die kleine Briefmarkenschau. In dieser zeigte der Verein Ausschnitte aus den Sammlungen der Mitglieder, zum Beispiel die "Zehnfachfrankaturen".