Weil es motivierte Schüler gibt, die später Karriere machen wollen: In diesem Schuljahr werden 48 Jungen und Mädchen der Coburger Gymnasien Alexandrinum, Albertinum und Ernestinum mehr Unterrichtsstunden absolvieren, als der Lehrplan für sie vorsieht. Ihr Ziel: Das Zertifikat "Der Business-Führerschein" der Stiftung
Lebenspfad, das ihre Motivation, beruflich groß durchzustarten, und ihre neu erworbenen Kompetenzen im Bereich Arbeitswelt und Führungskultur dokumentieren wird.
Am 22. September stürzten sich 16 Neuntklässler des Alexandrinums in das Abenteuer Arbeitswelt. Bei der Auftaktveranstaltung konnten sie ihr Wissen um die Benimmregeln nach Freiherr von Knigge unter Beweis stellen, vertiefen und um die Sonderregeln der Business-Welt erweitern. Dabei brachten vor allem die praktischen Sequenzen viel Spaß, mit denen Referent Alexander Meixner, Inhaber einer Personalcoaching- Agentur aus Coburg, den Seminartag auflockerte. Einer Dame in die Jacke zu helfen oder selbst eine Krawatte zu binden, war für viele eine ganz neue Erfahrung.
Am 29. September zogen 16 Schülerinnen und Schüler des Ernestinums nach und stellen bei ihrer Auftaktveranstaltung unter Beweis, dass Benimm bei jungen Leuten wieder einen hohen Stellenwert besitzt. Das Gymnasium Albertinum wird am 24. November folgen.
Der "Business-Führerschein" wurde von der Stiftung Lebenspfad speziell für Jugendliche konzipiert, die bereits im Alter von 15, 16 oder 17 Jahren für sich entschieden haben, dass sie Karriere machen wollen, und die dieses Ziel aktiv verfolgen. "Da die Leistungsträger von morgen im Unterricht und im Alltag ,funktionieren‘, gibt es für sie leider kaum maßgeschneiderte Angebote", sagt Elke Gillardon, Vorsitzende der Stiftung. "Deshalb habe ich dieses Projekt vor einigen Jahren gestartet. Die Gesellschaft riskiert, dass sich gerade die Motivierten alleine gelassen fühlen und sich frustriert zurückziehen. Auch sie sind bei ihrer Zukunftsplanung überfordert, denn unsere Arbeitswelt wird immer komplexer."


Erste Hürde genommen

Die 48 Teilnehmer, die im Verlauf des Programms auch gestandene Unternehmer aus der Region persönlich kennenlernen werden, haben sich bereits im vergangenen Schuljahr mit Erfolg einem Auswahlverfahren gestellt. "Für den Business-Führerschein muss man sich bewerben. Diese Hürde setzen wir ganz bewusst, damit wir dann auf einem hohen Niveau arbeiten können, das außergewöhnlich motivierte und engagierte Jugendliche brauchen", erklärt Elke Gillardon. Die Themen, mit denen sich die 48 Schüler in den kommenden Monaten in Theorie und Praxis beschäftigen werden, reichen von der Selbstdarstellung über Projektmanagement und Nachhaltigkeit bis hin zum ethischen Miteinander im Wettbewerb. red