Trotz der großen Hitze durfte die Literatur-Arbeitsgemeinschaft (AG) des Gymnasiums Fränkische Schweiz in Ebermannstadt unter Leitung von Steffi Nickolai zahlreiche Besucher zur "Literarischen Teestunde" begrüßen.

Mit dem 2017 erschienenen Roman "Der Zopf" von Laetitia Columbani wurden die Zuhörer eigentlich mit drei Büchern konfrontiert: Denn der in Bordeaux geborenen Autorin gelang es in ihrem mittlerweile in über 40 Sprachen übersetzten Erstlingswerks, drei Frauenschicksale kunstvoll miteinander zu verflechten.

Nach Italien

So führte die literarische Reise zunächst nach Indien zu Lalita, einer Frau der untersten Kaste, die von der Beseitigung der Exkremente der Wohlhabenden lebt. Dieser Aufgabe gehen die Frauen ihrer Familie schon seit Generationen nach.

Sie beschließt jedoch, ihre Tochter zur Schule zu schicken, um ihr eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Im nächsten Handlungsstrang versucht eine junge Italienerin nach dem Tod des Vaters das in die roten Zahlen geratene Familienunternehmen, eine Perückenfabrik, zu retten.

Powerfrau in den USA

Das in den USA handelnde Schicksal einer Powerfrau, die sich als Anwältin in einer Männerwelt Enormes abverlangt, bildet den dritten Handlungsstrang. Wie diese Geschichten thematisch schließlich zusammengeführt werden, werden die Besucher der Teestunde allerdings erst in häuslicher Lektüre erfahren.

Wieder einmal ist es den Mitwirkenden gelungen, ihrem Publikum Lust aufs Lesen zu vermitteln.

Dass bei den momentanen Temperaturen tatsächlich Tee ausgeschenkt wurde, steht in der Tradition südlicher Länder, deren Bewohner wohl wissen, dass warme Getränke bei großer Hitze für den Körper wesentlich bekömmlicher sind. red