von unserem Mitarbeiter Dieter Hübner

Trebgast/Lindau — Wenn es nach dem Gemeinderat geht, wird es heuer ernst mit der Dorferneuerung in Lindau. Das Gremium setzte jetzt ein Zeichen, dass es willens ist, Nägel mit Köpfen zu machen. In nichtöffentlicher Sitzung beschlossen die Mitglieder den Kauf eines direkt hinter dem Dorfhaus liegenden Anwesens, das durch das Ableben der Bewohner im Januar 2014 plötzlich leer stand.
Damit kann dieses Gelände zum Nutzen der Dorfgemeinschaft jetzt in die Planungen für die Gestaltung des Dorfplatzes mit einbezogen werden.

"Absolute Priorität"

Bereits bei der letzten Versammlung der Teilnehmergemeinschaft II (TG) im April vergangenen Jahres hatte Bürgermeister Werner Diersch deutlich gemacht, dass die Gestaltung um das Dorfhaus "absolute Priorität" habe. "Es besteht großes Interesse, die attraktive Lage des Angers für die jungen Familien mit ihren Kindern zu erhalten", so der Bürgermeister.
Die Gemeinde sei jetzt daran interessiert, die notarielle Abwicklung so schnell wie möglich in trockene Tücher zu bringen.
Nach einem Gutachten, das die Gemeinde erstellen ließ, befindet sich das Gebäude allerdings in einem Zustand, in dem es nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht erhalten werden kann. Innerhalb der TG II gab es bereits Überlegungen, das Grundstück nach einem wahrscheinlichen Abriss alternativ als Standort für die von der Dorfgemeinschaft so sehr gewünschte Festscheune zu nutzen. Wie das Umfeld nach dieser neuen Situation letztlich ausgestaltet wird, muss noch einmal abgesprochen werden.

Möglichst in einem Zug

"Wenn wir das richtig angehen, wird das Dorfhaus auch sehr gut zur Geltung kommen", ist der Bürgermeister überzeugt.
Der im April 2014 festgelegte Zeitplan für den Beginn der ersten Arbeiten wird durch diese Entscheidung nicht beeinträchtigt. Dieser sieht vor, dass im Frühjahr 2015 der Platz vor dem Dorfhaus, das Backhaus, der Kinderspielplatz und die Wegeverbindung zum Sportheim in Angriff genommen werden. "Das muss jetzt in einem Zug durchgezogen werden", ist der Bürgermeister fest entschlossen.
Landschaftsarchitekt Wolfgang Sack, der für die Planung verantwortlich zeichnet, hatte in einem Vorentwurf den jetzt möglichen Standort schon einmal für die Festscheune in Erwägung gezogen.
"Der Stadel wurde schon so oft hin- und hergeschoben und hatte bisher immer noch keinen optimalen Platz. Es wäre ideal, wenn sich jetzt alle darüber einigen könnten", ist er hoffnungsvoll. Der ganze Festplatz mit dem Biotop würde viel besser zur Geltung kommen. Und Wolfgang Sack fügt noch hinzu: "Ich habe fast nicht mehr daran geglaubt."

Ideen können eingebracht werden

"Es ist klar, dass dieser Erwerb hervorragende Möglichkeiten am Dorfplatz eröffnet", ist Siegfried Käb-Bornkessel vom Amt für Ländliche Entwicklung in Bamberg überzeugt.
Aus seiner Sicht könnte die Verlegung des Feststadels zentraler Schwerpunkt für die weitere Anlage von Parkmöglichkeiten und die Entschärfung der Verkehrssituation im Umfeld der Kreisstraße sein. "Weitere Ideen können durch die Dorfgemeinschaft in Diskussion mit der Gemeinde, dem Vorstand der TG sowie dem Planer eingebracht werden." Käb-Bornkessel führt dann alle Interessen zusammen, stellt die weiteren Weichen, und kümmert sich um die Finanzierung.
Die Bearbeitung des Förderantrags im Amt für Ländliche Entwicklung liegt nach seiner Aussage "in den letzten Zügen". Nach der Genehmigung könne man in die Ausschreibung für diejenigen Maßnahmen gehen, die vom Umfeld des neuen Geländes nicht betroffen sind.
Das ist genau das, was Bürgermeister Werner Diersch hören wollte.