Marco Meissner

Zwei Dutzend Zuhörer säumten die Sitzung des Stadtrates am Montag. Und was in der Politik nicht allzu häufig zu erleben ist - statt (kritischer) Nachfragen gab es lauten Beifall für das Gremium. "Der Applaus ist Wortmeldung genug", freute sich Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein über den Dank für den Beschluss zum Kindergarten-Neubau in Dörfles.
"Ich denke, wir stehen heute vor einer Entscheidung, die eine der größten der vergangenen Jahrzehnte in Dörfles ist", hatte Beiergrößlein schon eingangs der Sitzung den Stellenwert dieses Tagesordnungspunkts hervorgehoben. Drei Varianten für die Zukunft des Dörfleser Kindergartens, aber auch für die angeschlossenen Räumlichkeiten der Feuerwehr und der Dorfgemeinschaft standen zur Debatte.
Dorothea Dietrich vom Bauplanungsbüro 3D Detsch stellte sie vor. Die Variante, welche am Ende die einhellige Zustimmung des Rates fand, sieht den Abbruch des Kindergartengebäudes sowie eines Teilbereichs des Feuerwehrhauses vor. Für geschätzte 2,146 Millionen Euro soll dann an gleicher Stelle ein zweigruppiger Kindergarten entstehen, dem Veranstaltungsräume für die Dorfgemeinschaft und ein neues Feuerwehrhaus angegliedert sind.
Der Neubau dieser Anlage auf der "grünen Wiese" (Kosten schätzungsweise 2,114 Millionen Euro) war schon vorab vom Tisch, weil kein geeignetes Grundstück gefunden werden konnte. Eine Generalsanierung wurde zwar mit 2,018 Euro am kostengünstigsten angesetzt, doch machte Dietrich gleich klar, dass diese Summe bei den Unwägbarkeiten in einem Altbau auch schnell steigen könnte. Außerdem müssten bei einer Sanierung die Außenflächen beschnitten werden, und das bestehende Raumkonzept gilt als nicht mehr zeitgemäß.
Hauptamtsleiter Stefan Wicklein erläuterte, dass der Bau mit einer Interimszeit in einem anderen Gebäude umsetzbar wäre. Angestrebt ist die Realisierung zwischen der zweiten Jahreshälfte 2019 und 2021. Ein Problem gebe es allerdings, so Wicklein, nämlich die Förderung für das neue Feuerwehrhaus, das auf Grund der momentan unhaltbaren Zustände jedoch dringend erforderlich sei. Hier lässt sich die Vorgabe der Regierung, alle Zufahrten außerhalb des Hochwasserbereichs zu führen nicht realisieren.
"Es macht aus Sicht der CSU-Fraktion keinen Sinn, rein aufs Kostenargument zu schauen", plädierte ihr Sprecher, Jonas Geissler, für den Neubau und gegen die Sanierung. Es gehe vielmehr darum, die sinnvollste Lösung zu wählen.
Auch Marina Schmitt (SPD) und ihre Fraktion wollen die gerade in Dörfles stark ausgeprägte Dorfgemeinschaft fördern. "Das Gebäude gehört in die Ortsmitte", freute sie sich über einen Neubau an der alten, ortsprägenden Stelle.
Dieser Ansicht schloss sich Martina Zwosta (FL) an. Sie war überzeugt, dass sich das neue Gebäude schöner ins Ortsbild einfügen wird, "als der hässliche Flachbau". Michael Zwingmann (FW) forderte ebenfalls eine zeitgemäße Unterkunft für Kindergarten und Feuerwehr sowie eine angemessene Begegnungsstätte für die Bürger. Und wie Winfried Lebok (CSU) ergänzte, wird der Neubau den Kindern sogar noch mehr Platz im Außenbereich bescheren.