"So ist Fußball." Eine Fußball-Weisheit, die beide Trainer unabhängig voneinander nach dem Spiel äußerten. Wenn auch mit grundlegend anderer Betonung: Bei Schweberieds Coach Dominik Schönhöfer war es eher ein leicht resigniertes Seufzen, bei Bambergs Trainer Moritz Musik war es ein breites Grinsen nach dem 6:4-Erfolg nach Elfmeterschießen.
Die Musik hatte 75 Minuten lang der Hausherr gemacht, das erste Mal, dass Don Bosco Bamberg ernsthaft auf das Tor der DJK Schwebenried/Schwemmelsbach in der ersten Runde des Verbandspokals schoss, war in der 81. Minute. Da verhinderte der auf der Torlinie stehende Veteidiger Philipp Paul nach dem Schuss von Bambergs Florian Dauer den Treffer.
Am Ende aber zog die DJK Don Bosco in die nächste Runde ein - nach einem kuriosen Eigentor, dem Last-Minute-Ausgleich, einem abgefälschten "Verzweiflungsschuss" von Max Häßler aus gut 16 Metern (90.+2) und den besseren Nerven im unmittelbar folgenden Elfmeterschießen. "Das ist immer Glückssache", meinte Coach Musik.
Denn die Bamberger hatten sich im Grunde im Pokal gar nichts ausgerechnet. Nach Schwebenried kam nicht etwa die erste Garde, sondern die um drei Kicker aus dem Bayernliga-Kader verstärkte Bezirksliga-Mannschaft mit nur einem Wechselspieler. "Das ist so abgesprochen", so Musik, "unser Bayernliga-Team hat eine knüppelharte Saison vor sich. Aber hier sind alles erfahrene Spieler, die teils auch schon höherklassig gekickt haben."
Schwebenried hatte 75 Minute lang alles fest im Griff. "Sehr zufrieden" war Coach Schönhöfer. Mit dem 0:2 durch Marcel Kühlinger (6.) und Daniel Riedmann (55.) waren die Gäste bis dahin gut bedient. Dann kam Schwebenrieds Yannick Deibl an der eigenen Torauslinie etwas unter Druck, wollte den Ball wegschlagen, produzierte eine formidable Bogenlampe, die sich unmittelbar vor der Latte des eigenen Tors gefährlich senkte und Keeper Björn Trott, der genau in die Sonne schauen musste, faustete den Ball zum Anschlusstreffer ins eigene Netz (74.). "So einer wird denen nie wieder passieren", wusste auch Musik, was das für ein Glücktreffer war. "Aber egal, danach waren wir wieder voll da und haben uns gegen einen starken Landesligisten mit einem sehr guten Trainer das Weiterkommen verdient." Zumal Schwebenried plötzlich die große Flatter bekam. "Das hat uns völlig aus der Spur geworfen", gab Schönhöfer zu. Nachdem auch noch Riedmann und Dominik Barth fahrlässig beste Konterchancen ausgelassen hatten, dürfen sich die Bamberger auf ein Duell mit dem Bayernligisten TSV Großbardorf freuen, der beim Nordwest-Landesligisten FC Fuchsstadt mit 3:1 gewann.
DJK Bamberg: Kaiser - Spies, van Dun, Braun, Friedrich - Thomann - Straub, Zhgenti, Dauer, Häßler - Binbir (11. Winkler) / Tore: 1:0 Kühlinger (6.), 2:0 Riedmann (55.), 2:1 Trott (74., Eigentor), 2:2 Häßler (90.+2) / Elfmeterschießen: Spies 2:3, Thomann 3:4, Paata Zhgenti 3:5, Straub 4:6