Bayernligist DJK Bamberg (17.) durchlebt die wohl schwierigste Phase seit der Saison 2012/13. Damals mussten die Wildensorger als Sechzehnter den Abstieg in Kauf nehmen. Als aktuelles Schlusslicht empfangen sie am Sonntag (15 Uhr) die aufstrebende SpVgg Bayern Hof (10.) auf der Rudi-Ziegler-Sportanlage.

Nach der Entlassung von Trainer Mario Bail folgte der nächste Tiefschlag. Bei Bezirksligist SSV Kasendorf kassierte Don Bosco eine 0:1-Niederlage und schied aus dem Verbandspokal aus. Der neue Trainer Rolf Vitzthum schickte eine sehr junge Mannschaft aufs Feld. Die Verunsicherung war zu spüren, das entscheidende Tor fiel in der 40. Minute. Zu allem Überfluss erlitt Julian Baumgärtner eine Kopfplatzwunde, musste ins Krankenhaus und fällt gegen Hof definitiv genauso aus wie die verletzten Michael Edemodu (Knie), Manuel Hümmer (Armbruch) und Christopher Kettler (Adduktoren) sowie der beruflich verhinderte Pascal Niersberger. Dafür stoßen Simon Allgaier (absolvierte während der Woche die DFB-Elite-Jugend-Lizenz), Johannes Jessen (weilte beruflich in München) und der genesene Johannes Rosiwal zum Team. Dass Trainer Vitzthum Veränderungen im Spielsystem plant, bahnte sich bereits in Kasendorf an. Die Vorzeichen für ein erfolgreiches Abschneiden scheinen nicht die besten zu sein. Den "Mutmacher" könnte gerade der Gegner liefern - der eine ganz ähnliche Situation durchlaufen und gemeistert hat.

Trainerwechsel bringt Wende

Bei den Hofern trat Trainer Alexander Spindler vor drei Wochen nach dem 4:6 beim FC Eintracht zurück. Für ihn übernahm der Sportliche Leiter und langjährige Trainer Fulvio Bifano als Interimslösung - und landete prompt den ersten Heimsieg gegen den Würzburger FV (3:2). Die Leistungsexplosion hielt auch beim SV Seligenporten trotz der 0:2-Niederlage an und setzte sich zu Hause mit dem 3:1 gegen den TSV Karlburg fort.

Bifano (56) stellt eine Art Vaterfigur für die jungen Hofer dar und warb nach Amtsübernahme für viel Geduld beim kritischen Publikum. Der erfahrene Chefanweiser erkannte die defensiven Schwächen (14 Gegentore) und feilte sofort an der Stabilität. Er setzt dabei auf Kontinuität in der Aufstellung. Er demonstriert klare Vorstellungen, verfolgt ein straffes System und favorisiert eine Stammelf, deren Akteure einen soliden Vertrauensvorschuss genießen. Dazu passt der unter der Woche vollzogene Wechsel des brasilianischen Innenverteidigers Heron Guilhermino Miranda Spelleken (29) zum Südwestoberligisten VfR Wormatia Worms, der bereits gegen Karlburg nicht mehr in der Startformation stand.

Bifano setzte auf eine blutjunge Dreier-Abwehrkette mit Nico Schmidt (22) als Abwehrchef sowie Alexander Seidel (18) und Yannick Frey (17). Von der jungen Garde sind auch Cedric Drewanz (19), Elia Bifano (20), Ege Özkan (18) und Keeper Jonas Lang (18) in der Startelf zu erwarten. Das Portfolio an Ergänzungsspielern bilden fünf Akeure im Alter von 18 und 19.

Die Verantwortlichen treiben trotz Ergebnisdrucks ihr Projekt, konsequent auf den Nachwuchs zu setzen, voran und wollen kurzfristig in ruhigeres Fahrwasser schippern. Dass dies ohne Erfahrung nicht realisiert werden kann, weiß der Coach. Die Torjäger Martin Holek und Matej Kyndl sind langzeitverletzt, weshalb Kapitän Christian Schraps, Sturmtank Adam Hajek sowie den Außenbahnspielern Patrik Kavalir und Adam Sevcik eine besondere Führungsaufgabe zukommt.

DJK Don Bosco Bamberg: Glos, Stöcklein - Allgaier, Bergmann, Eckstein, Esparza, Fippl, Geyer, Haaf, Jessen, Pfänder, Rosiwal, Spies, Strobler, Trawally, van Dun, Wunder