Welche Faszination das Lesen ausüben kann, zeigt der seit 1959 jährlich ausgerichtete Vorlesewettbewerb für Schüler. Am Freitag wurde Annika Schneider aus der 5 c neue Lesekönigin der fünften Jahrgangsstufen der RS I.

Mit ihrem schulinternen Sieg an der Maximilian-von-Welsch-Realschule qualifizierte sich Annika Schneider für den Regional-Entscheid. Der Bücherwurm setzte sich dabei gegen starke Konkurrenz durch: Marlon Röder (5 a), Kamea Stephens (5 b) und Louis Murrmann (5 g).

Annika ging als Dritte ins Rennen und machte schließlich auch das Rennen. Obwohl auch ihre Konkurrenz - die jeweiligen Klassensieger - mit ihrer Lesekunst zu überzeugen wusste, setzte sie sich letzten Endes doch verdientermaßen durch. Die Jury bewertete anhand eines Punktesystems die Lesetechnik, Interpretation und beim bekannten Text auch die Textstellenauswahl.

In der ersten Runde durften die Teilnehmer nach eigenen Vorlieben ein Buch aussuchen, das sie jeweils in kurzen Worten vorstellten und aus dem sie dann eine prägnante Passage lasen. Annika entschied sich für eine lustige Passage aus "Hilfe, die Herdmanns kommen": In dem witzigen und berührenden Weihnachts-Kinderbuch von Barbara Robinson geht es um die Herdmann-Kinder, sechs an der Zahl, die als die schlimmsten Kinder in der ganzen Stadt gelten. Sie prügeln, stehlen, fluchen und rauchen Zigaretten. Sie gelten in der Nachbarschaft als Musterbeispiel für eine asoziale Familie. Ausgerechnet diese Kinder ergattern nun aber die Hauptrollen für das alljährliche Krippenspiel der Kirchengemeinde.

Wo soll das Schwein schlafen?

Anschließend wurde für die Fünftklässler noch eine weitere Hürde auferlegt. Sie erhielten einen fremden Text, aus dem sie der Reihe nach vorzulesen hatten. Die im wahrsten Sinne des Wortes tierisch gute Passage stammte aus dem Kinderroman "Rennschwein Rudi Rüssel" von Uwe Timm. Eine lustige Erzählung, in der eine Familie auf einer Tombola den Hauptpreis gewinnt: ein Schwein! Rudi Rüssel! Viele aufregende und witzige Abenteuer sind vorprogrammiert. Bei dem Text kam es darauf an, spontan in die Sätze hineinzufinden und - noch ehe man laut las - das verstanden zu haben, was man gleich in die passende Klangfarbe, Stimmung und Geschwindigkeit zu bringen hatte. Keine leichte Aufgabe: Dennoch machten alle ihre Sache gut. So wussten auch die drei anderen Teilnehmer, deren Leseleistung eng beieinander lag, durchaus zu überzeugen. Aber einen Tick besser war - insbesondere beim fremden Text - Annika Schneider, so dass sie schließlich von der Jury zur Lesekönigin erkoren wurde. Für alle vier Leseratten gab es Bücherpreise, gesponsert von der Buchhandlung LeseZeichen in Kronach. Heike Schülein