Immer wieder stand ein 41-jähriger Mann im Zusammenhang mit Diebstählen in Kleinstädten. Auch zwischen Lichtenfels, ihm und einem Diebstahl in einem hiesigen Bekleidungsgeschäft soll eine Verbindung bestanden haben. Den brachte Staatsanwältin Julia Haderlein im Amtsgericht zur Sprache.

Es mochte für den Angeklagten eine merkwürdige Situation dargestellt haben, gemeinsam in einem Auto mit einer Frau anzureisen, die im Laufe des Prozesses gegen ihn auszusagen hatte. Zumindest ließ sich beobachten, dass der Mann aufgebracht war und die Beifahrerin beschimpfte. Doch damit begann er schon im Gerichtssaal, nachdem Richter Alexander Zenefels drei Monate Haft ohne Bewährung gegen ihn aussprach.

Rückblende: Am 6. Februar 2018 kam es in einem Textilladen zu einem Diebstahl. Eine Bluse und zwei Kinderhosen im Wert von 20 Euro kamen abhanden. Doch es gab eine Augenzeugin, die zwei verdächtig um sich blickende Menschen in einem Auto davonfahren sah. Wie sich herausstellte, gehörte das Auto zu dem Mann, der nun aus dem vogtländischen Auerbach anzureisen hatte. Vor Gericht gab dieser zu, dass er damals "dabei war". Mehr nicht. "Ich wusste nicht, dass sie was (...) nimmt", so der Angeklagte. Haderlein suchte zu ergründen, in welchem Verhältnis der Mann zu der 43-jährigen Frau steht, die derweil im Gang wartete und schon ein Verfahren wegen des Februardiebstahls hinter sich hat. Man wohne im selben Ort, sogar im selben Haus, so der Angeklagte. Dann wurde Haderlein konkreter: "Verabreden Sie sich, um zu klauen vielleicht?"

Das bestritt der Mann, erklärte aber, den damaligen Diebstahl im Auto bei der Abfahrt bemerkt zu haben. Eine Aussage, die ihn für Haderlein in kein günstiges Licht setzte. "Warum haben Sie die Waren dann nicht zurückgebracht?", konterte die Staatsanwältin. Eine Frage, die unbeantwortet blieb.

Als die 43-jährige Begleiterin in den Zeugenstand gerufen wurde, brachte sie auch ihre beiden Buben mit. Sie selbst hatte ihr Verfahren schon und war zu einer dreimonatigen Haft zur Bewährung verurteilt worden. Eben dieser Umstand erlaubte es ihr, auszusagen, ohne selbst noch einmal belastet werden zu können. Doch die Frau sagte nicht gegen sich, sondern gegen den Mann aus. Es sei seine Idee gewesen, so die Frau zum Diebstahl. Doch die 43-Jährige gab auch Rätsel auf. Erst sagte sie, dass die Textilien für die Geburtstage ihrer Kinder gestohlen worden seien, dann, als Haderlein ihr verdeutlichte, dass die Geburtstage weit jenseits des 6. Februars lägen, korrigierte sie sich und sprach von Muttertag.

Bei Einsicht des Bundeszentralregisters sollte sich zeigen, dass der Angeklagte schon sechs einschlägige Einträge hatte. Alles begangen in Kleinstädten und von Auerbach entfernt. Tatsächlich hat der Mann auch Hafterfahrung und eben diesen Umstand kreidete ihm Julia Haderlein an: "Auch eine Haftstrafe hat ihn nicht abgehalten, einen Diebstahl zu begehen."

Ein Argument, das auch Zenefels anführen sollte. Entgegen Haderlein, die vier Monate Haft ohne Bewährung forderte, entschied er auf eine dreimonatige Haftstrafe ohne Bewährung. Der 41-Jährige ließ das Urteil nicht unkommentiert. "Danke, danke - mach' nur weiter so", erklärte er in Richtung seiner Begleiterin und spendete ihr Applaus.

Dann fuhren die beiden gemeinsam mit den Jungs heim, wobei ein Wort das andere ergab.