Eckehard Kiesewetter Ebern — Rainer Kaffer, Vereinsbeauftragter des Eberner Stadtrats, findet's klasse, wie sich die Eichelberger eingesetzt haben. Das Ergebnis, sagt er, "gefällt mir unheimlich gut". Auch die Nachbarn aus Jesserndorf und Unterpreppach haben sich schon in Eichelberg umgeschaut, wo das neue Urnenfeld am Friedhof zu einem Vorbild für die übrigen Stadtteile Eberns werden könnte. Weil es dekorativ angelegt ist: ein in Granitstein gefasstes Oval, ein Ginkgo und drei ungleich hohe Sandsteinstelen in der Mitte. Die größte der Säulen wird die Tafeln mit den Namen der Toten tragen, in einen Schrein in der mittleren kann man ein Grablicht einsetzen.

Bernd Ebert und Walter Zapf, die den Besuchern das Werk vorstellen, freuen sich bei einem Besichtigungstermin über das Lob des Bauausschusses und des Bürgermeisters Jürgen Hennemann (SPD). Der Ortssprecher und der Vorsitzende des Gartenbauvereins wissen, wie viel Arbeit die Eichelberger reingesteckt haben. Seit den ersten Überlegungen, "etwas ohne große Grabpflege" zu machen, war's ein weiter Weg - vor allem viel Plackerei. Der Gartenbauverein (OGV) hatte bereits 2010 tatkräftig bei der Umgestaltung des Friedhofs mitgewirkt und so krempelten Ebert, seine Frau Kerstin, Walter Zapf und rund ein Dutzend weiterer Helfer neuerlich die Ärmel hoch. Bei 20 Einsätzen kamen 215 Arbeitsstunden zusammen. Dafür blieben die Materialkosten mit knapp 3000 Euro gering. "Alles alleine geplant und ausgeführt und bezahlt", sagt Ortsprecher Ebert. Gut, der Bauhof Ebern hat etwas geholfen mit Baumaterial, Steinen und gutem Boden, und die Stelen hat die Steinmetzfirma Graser geliefert. Aber sonst "alles Handarbeit", sagt Walter Zapf: "Für die Dorfgemeinschaft war's toll, sowas auf die Beine zu stellen."

"Ein gutes Vorbild" findet der Bürgermeister. Bei der fälligen Neukalkulation der Friedhofsgebühren werde die Stadt berücksichtigen, wenn Ortsgemeinschaften Hand anlegen. Urnenfelder sollen auf weiteren der 15 städtischen Friedhöfe entstehen. Die Stadt strebe die einheitliche Gestaltung pflegeleichter Urnengrabfelder an, um auch einheitliche Kosten kalkulieren zu können, erklärt Jürgen Hennemann. Er zeigt Bilder von Granitplatten mit Cortenstahl-Einfassung, die man mittels Spornen einfach ins Erdreich drückt. Inschriften werden an die Verstorbenen erinnern.

Weitere Pläne

In Jesserndorf stellt Stadtrat Philipp Arnold (FW) die auserkorene, ungenutzte Fläche direkt beim Leichenhaus vor. Er zeigt, wie sich zwei barocke Säulen, denen heute kaum jemand Beachtung schenkt, wirkungsvoll ins Konzept einbauen ließen. Eine Anordnung der Gräber in konzentrischen Kreisen würde spätere Erweiterungen ermöglichen, rät Arnold.

Probleme könnten ein altes Fundament und der felsige Untergrund bereiten. Hier will die Verwaltung Klarheit schaffen. Markus Fausten, weiterer Jesserndorfer im Stadtrat (CSU), weist auf die schadhafte Fliesenfläche im Umfeld des Leichenhauses hin. Die solle man gleich berücksichtigen, wenn die Arbeiten beginnen.

Wie die Jesserndorfer wollen sich auch die Unterpreppacher beteiligen. Sie haben sich eine längliche Fläche an der Südwestecke des Friedhofs, unweit der Kirche, für die Urnenbestattungen auserkoren. Eine Wildwuchshecke dort muss beseitigt werden, erklärt Maria Florschütz, die für mehrere Vertreterinnen von Ortsteil und Gartenbauverein sogleich das Wort ergreift. Zwei Reihen mit Urnengräbern hält sie für denkbar. Auch eine Ausweitung des Friedhofsareals an dieser Stelle sei angeregt worden, um ein benachbartes Bäumchen einzubeziehen. Dazu allerdings müsste der Zaun versetzt werden.

Der Bürgermeister stellt zwei neue Urnengrabanlagen in Ebern vor - im symmetrischen Rund angeordnet um einen Baum und um eine mächtige Granitsäule. Die Flächen hat der Bauhof angelegt, die Stele schuf Steinmetz Michael Tully, Königsberg. Wegen des größeren Aufwands werden Grabplätze in diesem Bereich teurer ausfallen.