Die Zahl der Berufspendler im Kreis Haßberge hat einen neuen Höchststand erreicht. Auf dem Weg zur Arbeit verließen im vergangenen Jahr rund 28 000 Menschen regelmäßig die Grenzen des Kreises - das sind 24 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Damals zählte der Kreis rund 22 000 sogenannte Auspendler, wie die Industriegewerkschaft (kurz IG) Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt.

Die IG Bau beruft sich nach eigenen Angaben dabei auf eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt und Raumforschung (BBSR).

Gewerkschafter Michael Groha spricht von einem "alarmierenden Trend". Eine Hauptursache für den Pendel-Boom sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Groß- und Uni-Städten. "Eine wachsende Zahl von Menschen kann sich die hohen Mieten und Immobilienpreise in der Stadt nicht mehr leisten. Aber genau dort sind in den letzten Jahren besonders viele Jobs entstanden", sagt der Bezirksvorsitzende der IG Bau Mainfranken. Die Folge seien immer längere Staus und überfüllte Züge.

Strecken von mehr als 50 Kilometern bis zum Arbeitsplatz seien für viele Pendler aus dem Kreis Haßberge mittlerweile gang und gäbe, betont Groha. "Dabei geht nicht nur wertvolle Zeit für Familie, Freunde und Hobbys verloren. Auch die Umwelt leidet unter der Fahrerei", kritisiert der Gewerkschafter. red