Noch immer sind es überwiegend Frauen, die familienbedingt ihre berufliche Karriere unterbrechen, um danach Wiedereinstieg in die Erwerbstätigkeit zu wagen. Doch unter den rund 60 Frauen waren auch einige Männer, die der Stellvertreter des Landrats, Helmut Fischer, begrüßen konnte. Er wies darauf hin, dass der Arbeitsmarkt momentan so aufnahmefähig ist, wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. "Wer gut qualifiziert ist oder diese Qualifikation nachholt, hat alle Chancen auf einen guten Arbeitsplatz".

"Glauben Sie an sich selbst"

"Wenn ich nicht weiß, was ich will, kann ich nicht meinen Platz im Leben finden", erklärte Jutta Weigand, Altenhilfe-Geschäftsführerin der Sozialstiftung Bamberg. In ihrem Vortrag zeigte sie Wege und Möglichkeiten auf, die letztendlich zum Ziel führen. Dabei sei der erste Impuls oft der richtige. "Machen Sie die Dinge mit Herzblut und glauben Sie an sich selbst", gab Wiegand den Frauen mit auf den Weg.

Einen Erfahrungsbericht vermittelten Angelika Mühlherr und Viktoria Weingart, dabei stellten sie auch den Baur Versand als Arbeitgeber vor. Nach Jahren einer langen Familienpause wäre ein Einstieg als Minijobber in der Wochenendschicht von Sonntag 22 Uhr bis Montag 5.30 Uhr eine Möglichkeit, die zu überlegen wäre. Das Unternehmen habe in den letzten Jahren viel getan, um Menschen mit eingeschränkter Flexibilität einzusetzen. Aktuell werden eine Vielzahl von Mitarbeitern am Standort Sonnefeld gesucht.

"Die wichtigsten Menschen seid ihr": Motivationstrainer Thomas Ross wollte den Frauen in seinem kurzweiligen und spritzig aufbereiteten Vortrag Mut machen, das Leben selbst in Hand zu nehmen. Bei ihm ging es um die Frage: Möchte Frau lieber ein Frosch sein, der sein Leben lang nur quakt, oder sich wie ein Adler in die Luft erheben. Der aus Thüringen kommende Referent hatte nach der Wende in der Region ein Jahr lang an einer Schaumstoffschneidemaschine gestanden. Er weiß wovon er redet. Ross spricht von Chancenintelligenz und meint damit die Fähigkeit, auch mal eine Chance zu ergreifen, die andere für sich nicht ins Auge gefasst hätten. Sein Vorbild ist Pippi Langstrumpf, die nicht zauderte, sondern alles ausprobierte.

Mutig und klug genug sein, eine Chance, die sich bietet, auch zu ergreifen, riet der Motivationstrainer. In seinem Vortrag ging es auch um die Macht der positiven Gedanken und um den Umgang mit Emotionen. "Negative Energien rauben uns das Leben", sagte Ross. Er forderte seine Zuhörerinnen auf, sich einmal zu überlegen, wo sie in fünf Jahren stehen wollen.

13 Infostände

Auf welche Unterstützung frau bei der Realisierung ihres Wiedereinstiegs zählen kann, war an 13 Infoständen zu erfahren. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Lichtenfels, Roswitha Ullein, der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, Nicole Krank, und der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters Landkreis Lichtenfels, Franziska Hittinger.