Eckehard Kiesewetter Ebern/Baunach — Im vergangenen Winter waren es die Grippewelle oder Schleifarbeiten an den Schienen, die für Ausfälle im Agilis-Verkehrsnetz sorgten. Jetzt mehren sich für die Strecke zwischen Bamberg und Ebern wiederum Meldungen, die Bahnkunden hellhörig machen: Verspätungen, Ausfälle, Umstieg auf Busse vom Betreiber zumeist begründet mit technischen Problemen oder Fahrzeugmangel. Bahnfahrer fürchten um den Fortbestand der Nebenstrecke, mutmaßen, dass vor allem Personalmangel hinter den Verwerfungen steckt.

Agilis-Sprecherin Katharina Ziegler winkt ab: "Unsere personellen Kapazitäten sind stabil und nicht der Grund für die Ausfälle von vergangener Woche." Und sie versichert: "Die Strecke Bamberg-Ebern wird weiterhin von Agilis bedient."

Die Pressesprecherin verweist gegenüber dieser Zeitung auf ein Zusammentreffen der gesetzlich vorgeschriebenen Hauptuntersuchungen an den Triebwagen mit "außerplanmäßigen Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen" und "kurzfristigen, unvorhersehbaren Fahrzeugausfällen" im Netz Nord, zu dem seit Sommer 2011 auch die Strecke durch den Baunachgrund gehört. Dort, im Netz Nord der Verkehrsgesellschaft mit Sitz in Regensburg mit 430 Kilometern Streckenlänge, sind 38 Fahrzeuge vom Typ Regio-Shuttle RS1 eingesetzt. Rund 200 Personen sind in diesem Bereich beschäftigt.

Doch was hat die Flotte in jüngster Zeit aus der Spur gebracht? Eine "Störung an der Infrastruktur", sagt die Pressesprecherin, habe in der vierten Kalenderwoche (21. bis 27. Januar) zu erheblichen Verspätungen und Teilausfällen auf der Strecke Bamberg-Ebern geführt. Mit dem aktuellen Fahrzeugengpass hatte das noch nichts zu tun. In der vergangenen Woche mussten dann aber wegen der "minimierten Fahrzeugreserve" alle Agilis-Kunden zwischen Bamberg und Ebern auf Busse umsteigen. Jetzt hat man den fahrplanmäßigen Verkehr wieder aufgenommen, aber bis zum Freitag, 8. Februar, werden zumindest im Schülerverkehr noch Zusatzbusse benötigt, weil die jeweiligen Agilis-Züge nur mit einem Triebwagen verkehren. Die Abweichungen vom Normalfahrplan in dieser Woche betreffen den Morgenzug ag 84439, der noch bis Freitag von Baunach (Bahnhofsplatz; Abfahrt 6.49 Uhr; Zwischenhalte in Breitengüßbach und Hallstadt) nach Bamberg fährt, und den Zug ag 84440 am Morgen. Ein zusätzlicher Bus fährt von Baunach (Bahnhofvorplatz; Abfahrt 7.23 Uhr) direkt und ohne Zwischenhalte nach Ebern (Grundschule). Und wie geht es weiter? "In der kommenden Woche verkehren die Züge zwischen Bamberg und Ebern wieder mit voller Kapazität", teilt die Sprecherin mit - "nach heutigem Stand". Wenige Tage vor Weihnachten hatte Agilis in München den erstmals ausgelobten Bayerischen Eisenbahnpreis 2018 des Staatsministeriums für Wohnen, Bauen und Verkehr für Qualität im Nahverkehr erhalten.