Wer sich der St. Pauls-Kirche über den Haupteingang nähert, dessen Blick wird von einem "Hingucker" angezogen: Auf einer Stahlkonstruktion ist ein zentnerschwerer ockerfarbener Sandstein befestigt, der die beiden Traditions-Wallfahrten nach Gößweinstein (Wochenende vor Pfingsten) und die Sonntags-Juli-Wallfahrt nach St. Anna in Bamberg lebendig werden lässt.

Das Geschwister-Paar Georg Schwarzmann und Helene Spath hat in monatelanger Arbeit - geschätzt 150 Stunden - geklopft und ein Werk geschaffen, das einerseits an die aktiven und verstorbenen Wallfahrer erinnern soll, aber auch ein gewisser Anstoß an die jüngere Generation ist, um dafür zu sorgen, dass die Tradition weiterlebt.

Die Idee für einen derartigen Markstein währte schon lange, zunächst dachte man an ein Marterl am Ortseingang, doch vor gut einem Jahr reifte der Entschluss - zusammen mit den Strullendorfer Wallfahrtsführern Johannes Müller (Gößweinstein) und Michaela Stößel (Bamberg) - pro Kirchenvorplatz. Die beiden Hobby-Steinklopfer, die ihre künstlerische Heimat in der Künstler-Kolonie-Werkstatt von Horst Hauck alias Franz Rosenklee "Am Weizenfeld" am Mühlberg haben, arbeiteten oft getrennt voneinander (Spath: "Ringsherum nehme ich da nichts wahr"). Auch bei den Motiven herrschte Arbeitsteilung. Schwarzmann (seit fünf Jahren Steinklopfer) konzentrierte sich vorwiegend auf die Bauwerke - da wären St. Laurentius und St. Paul Strullendorf, St. Anna Bamberg und die Basilika Gößweinstein - und auf die Schrift ("Das allein war schon eine tagelange intensive Arbeit"), während Spath (bereits seit 16 Jahren dabei) sich insbesonders den Figuren, sprich: Wallfahrern und Musikern, widmete.

"Wenn man sich damit intensiv befasst und auch die Rahmenbedingungen passen, dann ist so ein Großprojekt ganz gut machbar", bilanziert die Künstlerin, die sich zusammen mit ihrem Bruder darüber freut, dass auch der neu gestaltete Platz "ganz gut passt" und sie bei der Platzierung dieser 20 Zentimeter starken Steinplatte große Unterstützung erfuhren.

Selbst als Pilger aktiv

Dass die Natur sich an dem Stein zu schaffen macht, davor besteht kein Grund zur Besorgnis, denn der Sandstein wurde dementsprechend behandelt. Dass die Beiden auch selbst auf eine langjährige aktive Wallfahrerzeit - an die 30 bis 40 Mal - zurückblicken können, verleiht dem von ihnen geschaffenen Sandstein-Monument natürlich eine ganz besondere Note. Der Stein verdeutlicht die hohe Bedeutung der langjährigen Tradition dieser Wallfahrten für die Strullendorfer Kirchengemeinde.