Zu den Bauplänen für die Kerschensteiner Straße:

Wer öfter mal ins Amtsblatt schaut, wird feststellen, dass die Bürger aufgefordert werden, sich an den Planungen zu beteiligen.
Schon im Grundgesetz wird im Artikel 14 Absatz 2 der Gebrauch des Eigentums geregelt. Er verpflichtet und soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Ein hohes Ziel und eine Herausforderung auch heute noch!
Die Stadt hat eine Verantwortung für die kommenden Generationen, die jetzt angenommen werden muss. Es ist nicht unsere Aufgabe, der Stadt zu sagen, welche freien Flächen sie noch hat, sondern bei Bedarf darauf hinzuweisen, wie wertvoll eine Fläche ist.
So sollte es eigentlich doch nur wünschenswert sein, wenn sich viele Vereine und Menschen zusammentun, um eine schützenswerte Fläche zu retten. Wenn Fachbehörden dann zum gleichen Ergebnis kommen, dann ist davon auszugehen, dass die Streuobstwiese an der Kerschensteiner Straße eine sehr schützenswerte Fläche darstellt und von jeder Bebauung frei zu halten ist.
Wie sich zukunftsorientierte Städte wie unsere Nachbarstädte Erlangen und Nürnberg um mehr Grün in ihren Wohngebieten bemühen, war nachzulesen. So hat der Nürnberger Stadtrat einstimmig die Mittel um das 12,5-Fache erhöht, auf jetzt eine Million Euro. Überzeugender kann man die Bedeutung von Grün in der Stadt nicht unterstreichen.
Angesichts dieses sinnvollen Trends kann man beim besten Willen nicht nachvollziehen, wie man in Höchstadt bei dem gewaltigen Flächenverbrauch vor allem im Industrie- und Gewerbekomplex auf kaum umstrittenem Gelände für den Bau mehrerer Wohnblöcke die Entwertung und Vernichtung eines wertvollen Obstgartens mit leistungsstarken Biotopen im intakten Wohngebiet ins Auge fassen kann.
Christoph Reuß
Höchstadt