Josef Hofbauer Ale einen einzigen Flickenteppich bezeichnete Steffen Kahl vom Ingenieurbüro Weyrauther, Bamberg, die Ortsstraßen von Buckenreuth. Wenn nun der Kanal gebaut werde, bleibe davon wenig übrig. Mit anderen Worten. Das Straßennetz, insbesondere die Buckenreuther Straße, die Wannbacher Straße und der Hohlbergweg müssten nach Abschluss der Kanalarbeiten komplett erneuert werden. Nicht betroffen sei der Bereich um das Gemeindehaus, der in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ländliche Entwicklung vor Jahren bereits saniert wurde.

Zu einem Komplett-Ausbau riet Steffen Kahl auch deshalb, weil weder die Asphaltschicht, noch der Schotter-Unterbau die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestgrößen aufwiesen. Die bei Probebohrungen entnommenen Bohrkerne hätten gezeigt, dass in keinem Fall der frostsichere Straßenaufbau von 55 Zentimetern eingehalten wurde. Der Straßenaufbau, sprich Trag- und Deckschicht, die mindestens 14 Zentimeter betragen sollen, liege zwischen 7,5 und 11,5 Zentimetern.

Die Straßen müssten daher komplett ausgekoffert und von Grund auf erneuert werden. Zu überlegen sei auch, ob beim Neubau auch Gehsteige mit angelegt werden sollen. Eine weitere Überlegung: Es sei zu bedenken, ob die derzeit nicht asphaltierten Bereiche am Ende der Ortsstraßen, die jedoch eine Erschließungsfunktion hätten, mit asphaltiert werden sollten.

Den Anteil der bisher nicht asphaltierten Erschließungsstraßen bezifferte Planer Steffen Kahl auf Nachfrage von Ludwig Brütting (FW/BB) auf weniger als zehn Prozent.

"Die Buckenreuther Bürger sollen wieder eine intakte Dorfstraße erhalten, das steht außer Frage", betonte Stadtrat Klaus Neuner (CSU). Allerdings reiche vorerst eine provisorische Schließung der Gräben nach dem Kanalbau. In Buckenreuth seien am Morgen und am Abend jeweils um die 30 Autos unterwegs. Einen Durchgangs- und Schwerlastverkehr gebe es so gut wie nicht. Dagegen betrage das Verkehrsaufkommen in der Hauptstraße das 20- bis 25 fache von Buckenreuth. "Die Stross hot Höppl und Löcha, do detn sich sogor die Frösch die Baa brechn", verdeutlichte er den beklagenswerten Zustand dieser Straße.

Getrennt betrachten

Immer wieder werde der desolate Zustand dieser Straße von Bürgern und Urlaubsgästen bemängelt und eine rasche Sanierung gefordert. Deshalb regte er an, die zur Finanzierung der Straße in Buckenreuth bereitgestellten Haushaltsmittel zu Gunsten einer Sanierung der Hauptstraße in Ebermannstadt umzuschichten.

"Das sehe ich anders", protestierte Heinrich Sponsel (MOG). Der Straßenbau in Buckenreuth werde seit Jahren hinausgeschoben und müsse nach den Kanalarbeiten zügig realisiert werden. Auf Nachfrage von Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) bekräftigte Planer Steffen Kahl, dass ein Provisorium wenig Sinn mache und nur zu Mehrkosten führen würde.

Erwin Horn (NLE) warnte davor, Stadt und Umland gegeneinander auszuspielen. Beide seien miteinander nicht vergleichbar. Hier sei die Verantwortung des gesamten Stadtrates gefordert, dass auch die kleinen Orte zu ihrem Recht kämen.

Der Zustand der Hauptstraße sei zweifelsohne schlecht. Allerdings müsse dieses Thema getrennt behandelt werden.

Als Zeitplan schlug Kahl vor, im Januar die Arbeiten für die Kanalisation und die Breitbanderschließung auszuschreiben. Sie sollen im April/Mai geplant und anschließend ausgeführt werden. Zu Beginn des nächsten Winters sollen dann die Straßenbaumaßnahmen ausgeschrieben werden.