Mit dem aktuellen Stand des Beweidungskonzepts "Kreuzberg" befassten sich die Marktrodacher Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung. Wie Christoph Hilti erklärte, sei das zu Kronach, Marktrodach und Wilhelmsthal gehörende Gebiet Kreuzberg/Hohe Warte über Jahrhunderte hinweg durch eine Schafbeweidung geprägt gewesen.

Vor vier Jahren sei beschlossen worden, dieses Areal dauerhaft für Wanderschäfer zu etablieren, um die einstige Artenvielfalt wiederherzustellen. Das Projektmanagement liege dabei bei der Ökologischen Bildungsstätte. 55 Hektar an Fläche konnten Hilti zufolge gesichert werden, davon 40 Hektar durch Ankauf. Mit dem Weismainer Daniel Stief habe man jemanden gefunden, der das Projekt zwar nicht als Wanderschäfer, aber zumindest in Form einer mobilen Koppelhaltung betreibe.

Das bedeute, dass jeweils rund zwei Hektar große Flächen eingezäunt würden. Wenn diese durch die Schafe abgegrast seien, gehe es weiter in das nächste Areal. Hilti wies darauf hin, dass seit dem Ende der Ankaufsphase die Beweidung mithilfe eines Monitorings überwacht werde. Kontrolliert werde beispielsweise, ob der Schäfer seinen Beweidungsplan einhält.

Im Jahr 2018 seien in diesem Gebiet Landschaftspflegemaßnahmen für 35 000 Euro durchgeführt worden. So seien Verbuschungen beseitigt und Obstbäume geschützt worden. Derzeit sei man dabei, vorhandene Lücken zwischen den Beweidungsflächen zu schließen.

Kiefernwald wird gerodet

Für August sei geplant, in der Nähe von Rennersberg eine Rodung des Kiefernwaldes durchzuführen. Diese Fläche solle mit Schafen beweidet werden. Entsprechende Gespräche seien mit den beteiligten Landwirten geführt worden.

Hilti sprach weiter davon, dass mittlerweile zwei weitere Schäfer gewonnen werden konnten. Er erwähnte das größte Rebhuhnvorkommen im Landkreis bei der Hühnerleiten. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Landwirten und Jägern soll die Anzahl der Rebhühner von 240 auf 310 erhöht werden.

Abschließend appellierte er an die Bevölkerung, die Schafe nicht zu füttern. "Schafe sind keine Haustiere, sondern Nutztiere, sie werden gut versorgt, und sie haben eine Naturschutzaufgabe zu bewältigen." vs