Der Brand einer abgelegenen Mühle im Wald bei Nassach war das Szenario einer Großübung der Dispositionsgruppe "Wasserförderung" des Inspektionsbezirkes III. Hierzu mussten rund 1800 Meter Schlauchleitung von der Saugstelle am See beim Zeltplatz verlegt werden.

Es war schon eine besondere Herausforderung, ist doch der Zugang zur Rampertsmühle nur auf einem schmalen Waldweg möglich. Die beiden Kreisbrandmeister Stephan Biertempfel und Martin Horn, die als Kontingentführer der Dispogruppe fungieren, hatten die Lage jedoch im Griff und disponierten die Einsatzfahrzeuge so, dass es zu keinem Verkehrschaos im Wald kam. Die Schlauchstrecke befand sich auch zum Teil auf der Dorfstraße, so dass an Kreuzungen und Einmündungen zusätzlich Schlauchbrücken aufgestellt werden mussten. Diese verhindern eine Beschädigung der Schläuche, die entstehen kann, wenn ein Fahrzeug direkt über die Leitung fährt. Mit insgesamt fünf Tragkraftspritzen wurde das Wasser den Berg hinaufgepumpt, das 100 Höhenmeter überwinden musste.

Wichtige Standortwahl

Kreisbrandmeister Klaus Oster errechnete mittels moderner GPS-Technik den jeweils günstigsten Standort der Pumpen, damit immer ein Mindestdruck von acht Bar gewährleistet war. Etwa auf halber Strecke wurde ein Faltbehälter mit einem Volumen von 3000 Litern aufgestellt, so dass hier auch ein gewisser Wasservorrat als Zwischenpuffer vorgehalten werden konnte. Nach rund eineinhalb Stunden hieß es "Wasser marsch" und das angenommene Brandobjekt konnte gelöscht werden.

Bei der Übung kam so mancher gehörig ins Schwitzen. Wegen des heißen Sommerwetters durften die Feuerwehrleute deshalb auf ihre Einsatzjacke verzichten, die jedoch bei einem echten Alarm Vorschrift ist.

"Wir wollten als Schikane eine defekte Pumpe simulieren, die auszutauschen ist, aber die Wirklichkeit hat uns eingeholt", sagte Stephan Biertempfel und erklärte, dass tatsächlich eine Pumpe nicht in Gang gebracht werden konnte und ausgetauscht werden musste. Wie es auch bei einem wirklichen Einsatz vorkommen kann, platzte auch ein Schlauch. Aber auch diese Herausforderung meisterten die Floriansjünger hervorragend und hatten sofort ein Ersatzstück parat. Als Beobachter waren die Kreisbrandinspektoren Peter Hegemann und Peter Pfaff anwesend, die mit dem Verlauf der Übung zufrieden waren.

Im Konvoi

Insgesamt rund 90 Ehrenamtliche der Feuerwehren aus Haßfurt, Prappach, Königsberg, Römershofen, Zeil, Ziegelanger, Stettfeld, Breitbrunn, Kirchlauter, Neubrunn, Ebelsbach und Schönbrunn waren an der Großübung beteiligt. Mit 14 Fahrzeugen trafen sich alle Beteiligten am Schulzentrum in Haßfurt und fuhren gemeinsam im Konvoi, so wie auch im Ernstfall vorgesehen, zum Einsatzort in dem Aidhauser Gemeindeteil.

Im Landkreis Haßberge gibt es in jedem der vier Inspektionsbezirke jeweils eine Dispositionsgruppe "Wasserförderung", die jeweils in anderen Inspektionsbezirken bei Großschadenslagen eingreifen soll. Hintergrund dafür ist zu gewährleisten, dass nicht die kompletten Feuerwehren rund um den Brandort angefordert werden müssen, um die dortige weitere Einsatzbereitschaft für andere mögliche Einsätze zu sichern. Jede der Dispogruppen verfügt über B-Schläuche mit einer Gesamtlänge von insgesamt rund 5000 Metern und genügend Pumpen, so dass auch außergewöhnlich lange Leitungen verlegt werden können.