Festlich gestaltet, zur Besinnung angeregt und auf Nachdenklichkeit gestimmt präsentierte sich in der voll besetzten Stadtpfarrkirche der Jahresschlussgottesdienst am frühen Silvesterabend.

Stadtpfarrer Kilian Kemmer erklärte zunächst den Hintergrund des neutestamentlichen Römerbriefes, der aus der Feder des Apostels Paulus stammt.

Angesichts eines religiösen Indifferentismus in der Gegenwart und eines Schrumpfens der Kirchen auf Grund stetig steigender Kirchenaustrittszahlen bezeichnete Pfarrgemeinderatsvorsitzende Karola dos Reis Goncalves die Prioritätensetzung der Pfarrei im Angebot geistlicher Aktivitäten für Menschen auf der Sinnsuche.

Ebenso erinnerte Goncalves in ihrem Rückblick an die Jubiläumswallfahrt nach Einsiedeln im Sommer, die gezeigt habe, dass auch nach 25 Jahren Pfarreiwallfahrten "die Nachfrage nach geistlichen Erfahrungen in Gemeinschaft ungebrochen ist." Nach dreißigjähriger Wallfahrtsleitung stellt es zudem für die gesamte Pfarrei einen Glücksfall dar, dass Angela Neudörfer ein ganz neues Team für die Übernahme ihrer Tätigkeit finden konnte.

420 000 Menschen erlebten Dank deutscher Welle und Deutschlandfunk die Liveübertragung eines Gottesdienstes aus der Stadtpfarrkirche mit. "Dass es im Vergleich noch ganz gut läuft in Höchstadt darf uns nicht daran hindern, alle Kräfte für die Aufrechterhaltung einer lebendigen Gemeinde zu mobilisieren, was etwa bei der Ministranten- und Sternsingerwerbung immer schwieriger wird" .

Kirchenpflegerin Tanja Schwägerl betonte die Transparenz der finanziellen Anstrengungen und der materiellen Situation der Pfarrei. Im zurückliegenden Jahr konnten über 90 000 Euro für Notleidende in aller Welt gesammelt und weitergeleitet werden. So unterstützte man auch die Aktion "1000 plus", die sich bemüht, ungeborenes Leben zu retten. Doch auch für Kinder, die geboren werden durften, setzte sich die Pfarrei ganz selbstverständlich ein. Die neuen Außenanlagen in den pfarreieigenen Kitas St. Michael und St. Nikolaus stellen nur einen äußeren Hinweis für eine qualifizierte Betreuung von 400 Kindern dar.

Schwägerl verwies zudem auf die Sanierung der Ailersbacher St. Martinskirche und dankte dem dortigen Kirchenpfleger Klaus Lehmann. Ein Zeichen, dass "wir nicht nur Gebäude, sondern unsere Kirche insgesamt erhalten wollen und nicht auf dem Altar des Zeitgeistes opfern möchten", so Schwägerl.

Die Immobilien des Nicolai Benefiziums, einer weiteren kirchlichen Stiftung, die Alois Plätzer verwaltet, dienen für familienfreundliches Bauen und stehen dem sozialen Wohnungsbau zur Verfügung.

Auch das kulturelle Engagement innerhalb der Stadtpfarrkirche würdigte die Kirchenpflegerin und hob Rüdiger Kaufmanns Singspiel über die Höchstadter Heilige Hildegund besonders hervor.

Natürlich durfte die Erwähnung eines Geschenkes für die Pfarrei, das Materie und Glaube verbindet , nicht fehlen: die neue Lourdesgrotte. Als ein Zeichen gegen den Trend "weg von der Kirche" und als ein Heraustreten in den öffentlichen Raum bezeichnete Pastoralreferentin Monika Urbasik die neue Gebetsstätte. Sie verriet, dass Erzbischof Ludwig Schick den bistumsweiten Gebetstag um geistliche Berufe im Mai wegen der von ihm in diesem Jahr bei seinem Besuch in St. Georg verspürten Aufbruchsstimmung, nach Höchstadt verlegte.

Krankenhausseelsorger Diakon Georg Paszek zitierte abschließend ein Jesuswort: "Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich bekennen".

Ein leidenschaftliches musikalisches Bekenntnis legte Wolfgang Först an der Orgel ab. Er spielte auch um Mitternacht für einen ruhigen und beruhigenden Jahreswechsel. LM