Der Geschichtskreis kommt am Freitag, 27. April, zu seiner Monatsveranstaltung im Europa-Haus zusammen. Ab 17 Uhr geht es um die Straßennamen und ihre Namensgeber.
Zwei neue Straßen gibt es seit jüngster Zeit in Hammelburg: die Marko-Dyga-Straße und die Willibrord-Straße. Die Marko-Dyyga-Straße erinnert an den Kommunalpolitiker und Landrat Marko Dyga (1924 bis 2005).
Wer war Willibrord? Willibrord wurde um das Jahr 658 in Northumbrien geboren, einer Landschaft im nördlichen England im Übergang nach Schottland. Er war Angelsachse. Northumbrien bildete damals ein Kleinkönigreich. Damit gehörte Willibrord zu jener germanischen Bevölkerungsgruppe, die ab dem fünften Jahrhundert aus dem heutigen Raum Schleswig-Holstein, Friesland und dem nördlichen Niedersachsen kommend, England besetzt und letzte Reste römischer Herrschaft in Britannien abgelöst hatte.
Den heidnischen Eroberern fiel als Erbe der Römer, die römisch-katholische Kirchenorganisation zu. Kirchenprovinzen waren eingerichtet, in den Klöstern wurde das philosophisch-theologische Wissen der Antike bewahrt und weitergegeben, Gottesdienste nach dem lateinischen Ritus wurden abgehalten. Die neuen Herren, die Angelsachsen, wurden Christen. Dem jungen Willibrord wurde eine Klosterausbildung zuteil. Er wurde Priester. Als Missionar auf dem Festland angekommen, gründete er das Klosters Echternach auf der Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg und war später Erzbischof von Utrecht. Willibrord schuf die bis heute tragenden kirchlichen Strukturen.
In der berühmten Urkunde aus dem Jahr 716, in der Hammelburg erstmals urkundlich erwähnt wird, vermachte Herzog Hedan dem Kloster Echternach Besitz in Hammelburg.
Der Geschichtskreis will dem Leben Willibrords nachgehen, weil an seinem Wirken die erfolgreiche Missionsarbeit exemplarisch nachvollzogen werden kann, heißt es in der Ankündigung. Dieter Galm stellt den Lebensweg Willibrords vor.
Otmar Pfister erzählt die Lebensgeschichte Johann Frobens und der Familie Petry. Johann Froben/Frobenius (1460 bis 1527), Namensgeber der Frobeniusstraße, war zusammen mit der Druckerfamilie Petry ein erfolgreicher Verlagsunternehmer. Franz Josef Schneider zeigt zu den Vorträgen Bilder. red