Mit den Faschingssitzungen des Eberner Kulturrings am gestrigen Freitagabend und am heutigen Samstag steuert die närrische Zeit in der Stadt ihrem Höhepunkt zu. Deswegen hat sich auch unser Redakteur so seine Gedanken und - wie der Pfarrer - (s)einen Reim drauf gemacht, ein bisschen hinter die Kulissen geschaut und auf diverse Büsche geklopft. Mal sehen, ob auch die Narren Spaß verstehen? Hier seine "Büttenrede, die nicht gehalten wurde".

I n unsrer Stadt, das weiß ein jeder / gibt es viele Schwarze Peter. /Kaum einer ist noch bei der CSU, / ganz andere sorgen jetzt für Unruh'. / Mündige Bürger ergreifen Initiativen, / meinen gar, sie sind die ganz Wiefen. / Stören sich an Vorfahrtsregeln, / an Durchgangsverkehr und Motorlärm-Pegeln. / Wo kommen wir da hin, das ist doch frech? / Wenn jeder meint, nur er zahlt die Zech' / Oft denken sie dabei nur an sich, / alles andere interessiert sie nich'.

E in Kindergarten im neuen Baugebiet? / Der doch nur mehr Autos anzieht. / Es kommen nur fremde Kinder her / und das sorgt für mehr Verkehr. / Wohin sie ihre Kinder selbst gefahren, / wird man bei dieser Gelegenheit kaum erfahren. / Ein Pflegeheim fürs Altenteil? / Sorgt nur für Lärm alldieweil. / Mitten in der Stadt hat's keinen gestört. / Am Stadtrand aber ist's unerhört.


Heubacher Lehren


S chaut nach Heubach, da waren viele dabei. / Wegen der Silos gab's ein Riesen-Gschrei. / Bulldog aufm Dorf waren vielen ein Greul. / Deren Tuckern und Motorengeheul. / Die Aufregung ist doch längst verflogen. / Ein Sturm im Wasserglas - ungelogen.

F ürs Mannlehen hat die CSU die Ohren gespitzt.
/ Weil sie - oh Wunder - im Stadtrat noch sitzt. / Die Gabi, als Mama Mia bekannt, / hat nun einen schweren Stand. / Erst hat man sie als Schwäbin kaum verstanden, / jetzt ging ihr die satte Mehrheit abhanden./ Einst wurde allein die Richtung bestimmt. / Und stets nach dem Willen des Bürgermeisters gestimmt.

S o wurde auch vom Mannlehen-Plan abgewichen / und die Brücke über den Angerbach gestrichen.
Jetzt wird diese Brücke wieder gefordert. / Die ersten Pläne dafür sind schon geordert.

A uch der Wochenenddienst brachte die CSU auf die Piste. / Es kam zwar zu einer Unterschriftenliste. / Viele Menschen möchten ihren Doktor behalten. / Doch die wünschen mehr Freizeit, anders als die Alten./ Seine Familie ist manchem Doc viel lieber. / Und wir müssen nach Haßfurt wegen ein bisschen Fieber. / Dafür hält die Kreisstadt immer eine Apotheke offen./ Und unsere Apotheker bleiben außen vor, staunen schwer betroffen.

N ach Haßfurt fährt unser Bürgermeister gern. / Dabei will er gar nichts mehr Größeres wern./ Seinen Traumberuf hat er gefunden. / Die Stadt regiert er mit neuem Elan und unumwunden. / Er macht sich Freunde auf einer Tour, / stellt nur noch ein, wer mit ihm fuhr /im Wahlkampf in seinem Wahlkampf-Troß. / Manch' Frau, manch Mann viel Sympathie genoss. / Der Dank des Bürgermeisters ist ihnen hold, / jetzt werden sie aus der Stadtkasse bezohlt.


Vermisst: Heidi Hümmer


W omit wir beim Kulturring angelangt. / Der um die Zukunft seiner Büttenabende bangt / Der Geschäftsführung beraubt, vom Bürgermeister. / Ja, fehlen dem denn alle guten Geister? / Ein Saal fehlt auch bald, welch ein Jammer; / Im Frauengrund gibt's nur 'ne Besenkammer. / Und der Eberhard nimmt noch seinen Hut. / Doch nicht aus Frust oder gar aus Wut./ Sagt zumindest der Bürgermeister. Wer anderes behauptet, ist ein ganz Dreister. / Doch eine Wahrheit wird hier aufgeschrieben/ Wer immer es verbockt hat, wird es nicht lieben: / Mit der Heidi Hümmer war der Fasching viel besser. / Das gehört gesagt und jetzt wetzt Eure Messer.

J etzt kommen wir mal zu unserem honorigen Rat. / Wo die SPD nun das Kommando hat. / Die entlassen Gemeindeboten ohne Not, / erlassen überall ein Parkverbot. / Rechts-vor-links soll's sicherer gehen - / doch Autofahrer wollen das nicht verstehen? / Da kann man doch nicht mehr durch die Innenstadt fegen. / Den Kaffeetreff tut's furchtbar aufregen. / Ein Bürgervotum soll für Klarheit sorgen. / Da darf man sich aber keine Stimmen von auswärts borgen./ Denn manche wohnen gar nicht hier, meckern aber rum. / Die haben nichts zu melden bei einem Bürgervotum.

W ie werden die zedern und fluchen lauthals, / wenn's Strafzettel gibt, zehn Euro bestenfalls. / Wenn der Stadtrats-Überwachungsdienst, / die Falschparker notiert und in sich grinst: / "Die wollen 's einfach nicht verstehen, /
müssten nur ein paar Meter zu Fuß gehen!" / Parken kreuz und quer, es wird immer schöner. / Dafür werden sie bald teurer, die Kapellenstraß'-Döner: / Denn dort herrscht mitunter Ausnahmezustand. / Die Hungrigen sind außer Rand und Band. / Bei den Falschparkern dabei, das ist kein Schmäh / ne Stadträtin: "Ich nur schnell mal zur Parfümerie nei geh'"

M it dem Grünen im Rat, dem Kröner / war's einfach viel schöner. / Ein kluger Kopf und kritischer Geist. / Dessen Wissen und Akribie vermisst man zumeist. / Ein Streber obschon, hat viele Anträge geschrieben, / damit Verwaltung, seine Stifte und sich selbst aufgerieben. / Resigniert, weil abgeblockt, ausgegrenzt und ausgelaugt, / und doch keiner zu seinem Nachfolger taugt.

W ir kriegen bald eine neue Behörde. / Das sind die Worte des Söder, die ich gerne hörte: / Doch passiert ist bislang noch nix. / Die Nürnberger sind da gar nicht fix. / Wollen partout nicht aufs flache Land. / Deswegen wird nur eine Vorhut entsandt. / Die zieht ins alte Rathaus, ins Stadtarchiv. / Taucht unter dort im Dokumenten-Mief. / In zehn Jahren wird sie wieder entdeckt. / Bei der nächsten Behördenrotation mit reingesteckt.

2 016 Veranstaltungen stehen im neuen Kalenderblatt, / das auf Hochglanzpapier viel zu bieten hat - / zusammen mit Pfarrweisach und Rentweinsdorf erstellt. / Doch Pfarrweisach schimpft und die Geschäftswelt: / Die Pfarrweisacher vermissen ihre Bilder. / Eberns Geschäftsleut' sind noch wilder. / Sie sollten inserieren und Anzeigen schalten, / den Druckauftrag aber auswärtige Firmen erhalten. / Die Geschäftswelt mit dem Bürgermeister auch grollt, /weil der nicht mehr die Bühne bezohlt, / die zum Weihnachtsmarkt gehört, damit kein Regen die Musiker stört. / "Kein Herz mehr für die Firmenwelt", / wird unserm Bürgermeister gar unterstellt.

D as Dementi folgt sofort./ Über Facebook ergreift der Gescholtene das Wort: / Mit diesem Medium kennt er sich aus. / Jede seiner Taten lässt er dort raus. / Fotos von jeder Veranstaltung er damit verteilt, / auch wenn er selbst nur ein paar Minuten verweilt. / Ein Foto schnell, dann wieder weiter. / Die Facebook-Leser merken's nicht, leider. / Die Welt erscheint so in einem ganz anderen Licht, /nur rosarot, doch so ist sie nicht.

D enn vieles ist zerbrechlich und fragil. / Wie auch schon Putz von Wänden fiel. / Die eben erst erbaut auf feuchtem Grund. / Was jeder wusste, der Planer es erst spät herausfund. / Deswegen wird das neue Hallenbad ein teurer Spaß. / Doch wird's überhaupt 'was mit dem feuchten Nass? / Das Landratsamt keine Termine mehr nennt. / Zu viel haben die Verantwortlichen dort schon verpennt. / Ob's im Herbst was wird, fragen alle Stadtwafen / oder dauert's so lange wie beim Berliner Flughafen? /