Sensationell! Die Interimsspielstätte des Landestheaters Coburg wird an der Waldbühne in Heldritt eingerichtet, ein Bürgermeister geht nach Belgien ins Exil und Untersiemau tritt aus Bayern aus. Wie bitte? Ach so. Sie hat begonnen, die fünfte Jahreszeit! Im Coburger Land wurde der Faschingsauftakt kräftig gefeiert, und die eine oder andere verrückte Idee wurde dabei geäußert.


Seßlach

Unter Führung des Präsidenten Jens-Peter Scholz zogen furios die Narren mit ihrem Schlachtruf "Seßlach Helau", bunt bekleidet, von den Gardemädchen, der Bürgerwehr, dem Elferrat, den Tanzmariechen und den Prinzen begleitet durch die Luitpoldstraße Richtung Rathaus, um den Bürgermeister Martin Mittag (CSU) kurzerhand zu entmachten. Dieser ließ willig das ganze Prozedere über sich ergehen mit den Worten: "Frohsinn und Narretei stehen in Seßlach auf dem Programm." In einer der Faschingshochburgen des Coburger Landes musste natürlich auch das künftige Prinzenpaar präsentiert werden. Das Regiment werden für ein Jahr führen Lukas I. Fink aus der Haarth und Juliane I. Fischer aus Hergramsdorf. Als Kinderprinz fungiert Leonhard I. Wüst aus Krumbach und als seine Prinzessin Amelie I. Fischer aus Krumbach. dav


Frohnlach/Ebersdorf

Pünktlich um 11.11 Uhr zogen die Närrinnen und Narren der Frohnlacher Säraspo unter den Klängen des Narrhallamarsches in den großen Sitzungssaal des Rathauses ein, um das Geheimnis um die neuen Regenten zu lüften. Das neue Prinzenpaar präsentierte sich: Prinzessin Theresa I. (Armann) und Prinz Joschua I. (Krämer). Während sonst die Männer für das Prinzenamt überzeugt werden müssen, kam die Zusage für die Übernahme des Prinzenpaaramtes heuer von Joschua. ake


Weidach/Weitramsdorf

Seit vergangenem Samstag gehen in Weitramsdorf die Uhren anders. Bürgermeister Wolfgang Bauersachs musste seinen Stuhl räumen, der Elferrat des Karnevalvereins Weidach übernahm im Handstreich die Macht im Rathaus und stieß Wolfgang Bauersachs vom Gemeindethron. Pünktlich um 11.11 Uhr stürmten die närrischen Garden, angeführt vom Sitzungspräsidenten Christian Brettschneider das Rathaus, in dem sich das Gemeindeoberhaupt verschanzt hatte. Angesichts der charmanten Übermacht kapitulierte Bauersachs zwar widerwillig, aber relativ schnell. Er übergab schweren Herzens die Rathausschlüssel und schrieb den Narren ins Hausaufgabenbuch: "Passt auf die Rathauskasse auf und stockt das Konto weiter auf." Abschließend bat er kurz und knapp: "Schafft mir die Straßensatzung ab." Abschließend meinte Bürgermeister Bauersachs: "Für mich wird's Zeit, muss ins Exil, nach Belgien führt mich hin mein Ziel." mr


Meeder

Zur Schlüsselübergabe in Meeder kam eine große arabische Karawane mit "Sultan Lou", Wüstenscheichs und Bauchtänzerinnen. Meeder erlebte einen Rathaussturm wie ein Märchen aus 1001 Nacht. Bürgermeister Bernd Höfer wollte mit einem bereitliegenden Flugsack und einer Trompete vor dem Sultan fliehen. "Sultan Lou" erhielt widerstandslos den Hausschlüssel. Der große Sitzungssaal war bunt geschmückt. Es standen Knabbereien und Getränke für alle Narren bereit. Zur Musik sang und schunkelte die fröhliche Narrenschar. Es ertönte immer wieder der Meederer Schlachtruf "Meeder Aha". kagü


Untersiemau

Pünktlich zu Faschingsbeginn fuhr der Elferrat der Untersiemauer Wehr zusammen mit seinem Prinzenpaar, Ihrer Lieblichkeit Victoria I. vom Millionärshügel (Victoria Arnold aus Meschenbach) und Seiner Tollität Prinz Daniel III. aus Kasachstan (Daniel Schmück aus Einberg), auf einem geschmückten Wagen auf dem Rathausvorplatz ein. Dabei war mehrfach der Schlachtruf der Untersiemauer Narren, ein kräftiges "Unter-Siemau", zu hören. Bürgermeister Rolf Rosenbauer wartete schon an der Rathaustür auf das närrische Volk. Gerne gab er den Rathausschlüssel an das Prinzenpaar ab. Die beiden befassten sich sodann in Reimen mit der Straßenausbaubeitragssatzung, abgekürzt "Strabs", verglichen diese - naheliegend - mit einem bekannten kleinen Stück Stoff und betonten: "Auch ohne Strabs wär' Untersiemau sexy." In seiner Regierungserklärung betonte Prinz Daniel, dass man die Straßenausbaubeitragssatzung nicht hinnehmen werde, den BAYXIT, den Austritt aus Bayern, einleiten werde und das Prinzenreich Untersiemau gründen wolle. Zur Finanzierung des Prinzenreiches wolle man Maut für alle Durchfahrenden verlangen. Der Bürgermeister, dem das Prinzenpaar eine rote Signalweste überreichte, solle die Maut kassieren. mst


Bad Rodach

Würdig und majestätisch ging der Fasching in Bad Rodach los In Abwesenheit des Bürgermeisters Tobias Ehrlicher übergab Dritte Bürgermeisterin Nina Klett stellvertretend den Rathausschlüssel und die Amtsgeschäfte an die Faschingsgesellschaft und deren Sitzungspräsidenten Herbert Müller. Unterstützt wurde dieser vom diesjährigen Kinderprinzenpaar Sedric I. und Elina. Da Nina Klett in den vergangenen Jahren die Faschingsgesellschaft beim Feiern unterstützt hat, wurde ihr ein Ehrentitel verliehen. Sie ist nun eine "Baroness Nina die Erste zu Gauerstadt, Wahrerin und Botschafterin der Buntschwarzen Faschingskultur zu Bad Rodach und Gauerstadt". red