Die Generalstaatsanwaltschaft in Bamberg hat noch keine Erkenntnisse darüber, aus welchen Motiven der 18-Jährige aus dem Raum Haßfurt versucht hatte, eine Maschinenpistole illegal im Darknet zu erwerben. Es gebe keine weiteren Hinweise, sagte Oberstaatsanwalt Matthias Huber am gestrigen Mittwoch auf Anfrage. Der Beschuldigte, der in Untersuchungshaft sitzt, sage nichts zu seinen Motive, erklärte der Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg. Vielleicht äußere sich der Verdächtige später noch, hofft der Oberstaatsanwalt. Jedenfalls: Einen terroristischen Hintergrund schließt die Generalstaatsanwaltschaft nach derzeitigem Kenntnisstand aus.


1700 Dollar bezahlt

Am Montag hatte die Generalstaatsanwaltschaft bekanntgegeben, dass sie einen 18-Jährigen aus dem Raum Haßfurt festgenommen hat, der über das Darknet an eine Maschinenpistole herankommen wollte. Dazu hatte er bereits 1700 Dollar bezahlt. Zur Übergabe der Kriegswaffe kam es aber nicht. Vorher griff die Polizei zu.
Ermittlungen der für illegalen Waffenhandel und Kriegswaffendelikte zuständigen Experten des Bayerischen Landeskriminalamts unter Leitung der Zentralstelle Cybercrime Bayern bei der Generalstaatsanwaltschaft in Bamberg hatten in Haßfurt zur Festnahme des 18-jährigen ledigen Deutschen geführt. Der berufslose Beschuldigte war im Darknet ausschließlich unter Tarnnamen unterwegs, konnte aber dennoch ermittelt und dann festgenommen werden.


Weitere Straftaten

Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung fanden die Beamten des Bayerischen Landeskriminalamtes neun falsche 50-Euro-Scheine, einen gefälschten Führerschein, eine erhebliche Menge an Betäubungsmitteln (Amphetamine) sowie mehrere verbotene Gegenstände nach dem Waffengesetz (drei Schlagringe und ein Butterflymesser). Bei dem versuchten Kauf einer Maschinenpistole handelt es sich um ein Verbrechen nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz. Im Fall der Geldfälschung hat der Beschuldigte ebenfalls mit einer erheblichen Strafe zu rechnen. ks